Cannabisöl-Arten: Hanfsamenöl, Hanföl und Marihuanaöl im Vergleich
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Cannabisöl-Arten: Hanfsamenöl, Hanföl und Marihuanaöl im Vergleich

Hanfsamenöl ist Speiseöl, Hanföl bringt CBD mit, Marihuanaöl kann alles heißen: So blickst du bei den Ölen aus der Cannabispflanze durch.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Es gibt drei Haupttypen von Cannabisöl: Hanfsamenöl, kalt aus den Samen gepresst und eher Speise- und Pflegeöl als Medizin; Hanföl aus CBD-reichem Nutzhanf, mit THC-Spuren und als Voll- oder Breitspektrum; und Marihuanaöl, ein Sammelbegriff für Öle aus allen möglichen Teilen der Pflanze, auch für THC-reiche. Die Pflanze Cannabis sativa nutzt der Mensch seit Jahrtausenden: Die ersten schriftlichen Belege stammen aus China und Indien um 2000 v. Chr., wo sie als Medizin, Rauschmittel, im Ritual und für Textilien diente.

Heute wird Cannabis auf alle möglichen Arten konsumiert, ganz nach Vorliebe, Befinden und dem, was man sich von der Erfahrung verspricht. Ob zum Genuss oder aus medizinischen Gründen – vor allem bei Letzterem ist Cannabisöl inzwischen eine der beliebtesten Formen.

Was ist Cannabisöl?

Weltweit hat sich Cannabisöl in vielen Ländern als eine der verbreitetsten Darreichungsformen etabliert, um Cannabinoide im medizinischen Kontext einzunehmen.

Wofür wird Cannabisöl verwendet?

Es gibt zwar schon viele Studien, trotzdem wissen wir noch längst nicht alles – gerade was die medizinischen Eigenschaften von CBD angeht. Untersucht werden bisher (oft nur im Labor) diese möglichen Eigenschaften:

  • schmerzlindernd (analgetisch);
  • entzündungshemmend;
  • angstlösend (anxiolytisch);
  • tumorhemmend (vor allem in Laborstudien);
  • krampflösend (antikonvulsiv);
  • antipsychotisch und
  • nervenschützend (neuroprotektiv).

Außerdem wird das therapeutische Potenzial bei folgenden Erkrankungen erforscht – größtenteils im Labor, an Tieren oder in frühen klinischen Studien. Das ist also eine Liste dessen, was untersucht wird, keine etablierten Anwendungen:

  • Chronische Schmerzen.
  • Fibromyalgie.
  • Entzündliche Autoimmunerkrankungen wie Arthritis.
  • Krebs: In Laborstudien wurden unter anderem Hirntumoren (Gliome), Hautkrebs (Melanom und Karzinom), Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Prostatakrebs untersucht; in der Palliativversorgung berichten Patient:innen von Linderung bei Nebenwirkungen der Chemotherapie wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit.
  • Angst, Stress und Depression.
  • Neurologische Erkrankungen: Alzheimer, Demenz, Parkinson und andere Bewegungsstörungen, Multiple Sklerose, therapieresistente Epilepsie und Schlaganfall.
  • Neuropsychiatrische Erkrankungen: Schizophrenie, Autismus, ADHS, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Alkoholabhängigkeit.
  • Metabolisches Syndrom: Übergewicht und Diabetes.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
  • Chronisch-entzündliche Hauterkrankungen: Dermatitis, Schuppenflechte und Akne.

Welche Arten von Cannabisöl gibt es?

Hanfsamenöl: Speiseöl aus den Samen

Hanfsamenöl kommt aus Hanfsamen, und die werden schon seit der Antike als Nahrungs- und Wohlfühlmittel genutzt; in den letzten Jahren sind sie wieder richtig angesagt. Was bringt also ein Öl aus Hanfsamen? In der traditionellen chinesischen Medizin werden Hanfsamen seit Langem gegen Verstopfung eingesetzt. Aber das ist nicht alles: Sie stecken voller wertvoller Fettsäuren wie Linolsäure und Alpha-Linolensäure (Omega-6 und Omega-3), die mit einem gesunden Herzen in Verbindung gebracht werden. Dazu sind sie eine super Quelle für Eiweiß, Vitamin E und Mineralstoffe.

Wie wird Hanfsamenöl hergestellt? Kein Hexenwerk: Die Hanfsamen werden einfach kalt gepresst. Das Schöne an Hanfsamenöl ist, dass du es in der Küche und sogar in Kosmetik verwenden kannst. Es kann eine gute Ergänzung für deine Ernährung sein – medizinisches Cannabisöl ist es aber nicht.

Hanföl: CBD aus Nutzhanf

Die häufigste Frage: Ist Hanföl dasselbe wie CBD-Öl? Nein, aber die beiden sind verwandt.

Ganz einfach gesagt: Nutzhanf ist Cannabis mit viel CBD. Der eigentliche Unterschied: Der THC-Gehalt von Nutzhanf ist gesetzlich begrenzt (in den USA auf Bundesebene).

Hanföl wird also aus Hanfpflanzen gewonnen und enthält neben CBD und anderen Stoffen auch THC-Spuren. Praktisch an dieser Ölsorte: Sie lässt sich auf verschiedene Arten herstellen.

Genau wie CBD-Öl gibt es auch Hanföl als Breitspektrum oder Vollspektrum. „Vollspektrum“ heißt, dass alle Inhaltsstoffe der Hanfpflanze (Cannabinoide, Terpene und vieles mehr) im Endprodukt erhalten bleiben. Breitspektrum-Produkte enthalten in der Regel alle Cannabinoide der Pflanze außer THC.

Wofür wird Cannabisöl aus Hanf verwendet?

Vollspektrum-Öle werden Patient:innen häufig empfohlen, weil man ihnen die stärkste Wirkung zuschreibt. Grund dafür ist der berühmte „Entourage-Effekt“: die Theorie, dass die vielen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze zusammen besser wirken als ein Extrakt mit nur einem isolierten Cannabinoid.

Zählt Cannabisöl aus Hanf als Medizin?

Gut zu wissen: Extrakte aus Hanfblüten gelten in den meisten Fällen nicht als medizinisches Cannabis. Das liegt oft am Herstellungsprozess und an den Qualitätsstandards, die in der Medizinalcannabis-Branche gelten, in der CBD-Branche aber nicht.

Cannabis- oder Marihuanaöl: der Sammelbegriff

Der Begriff „Marihuanaöl“ ist extrem weit gefasst. Ohne Kontext kann er jedes Öl meinen, das aus irgendeinem Teil der Cannabispflanze gemacht wurde. Wenn also jemand fragt, was Cannabisöl ist, kann alles Mögliche gemeint sein: vom Hanfsamenöl über Hanföl bis zu CBD-Ölen. Und locker benutzt man das Wort auch für THC-reiche Öle.

Spannend an Cannabisölen: Sie werden je nach Einnahme unterschiedlich schnell aufgenommen. Deshalb nehmen die meisten Patient:innen sie sublingual, also als Tropfen unter die Zunge. Natürlich kannst du Cannabisöl auch ins Essen geben und daraus ein Edible machen.

Manche Cannabisöle werden sogar aus weniger genutzten Pflanzenteilen wie den Stängeln hergestellt. Außerdem lässt sich Cannabisöl mit anderen Ölen mischen, etwa Hanfsamenöl mit einem weiteren Trägeröl. Gängige Trägeröle sind Kokos- bzw. MCT-Öl, Sonnenblumenöl und Olivenöl.