Cannabissamen direkt in den Topf? Drei Keimmethoden im Vergleich
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Cannabissamen direkt in den Topf? Drei Keimmethoden im Vergleich

Küchenpapier, Jiffy oder Direktsaat in Erde und Kokos: wie jede Methode funktioniert, was sie kann und warum du beim Säen direkt in den Topf die Keimgarantie riskierst.

VON CosechaLibre Redaktion8 MIN LESEZEIT

Einen Cannabissamen bringst du auf drei Wegen zum Keimen: im feuchten Küchenpapier, im Jiffy-Quelltopf oder direkt im Topf mit Erde oder Kokos. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, aber das Prinzip ist immer gleich: Feuchtigkeit, Dunkelheit und 18 bis 25 °C; dann keimt ein Samen in der richtigen Umgebung nach 12 bis 72 Stunden, so wie in der Natur im Frühling, wenn der Boden feucht ist, sich erwärmt und die Tage länger werden.

Hier erklären wir dir die Keimung Schritt für Schritt und vergleichen die drei Methoden.

Ein paar Tipps, bevor du einen Cannabissamen keimen lässt

Das Wichtigste zuerst: Beim Keimen und Growen hat jeder Grower seine eigenen Methoden und Kniffe. Nicht alles funktioniert bei allen gleich, genau wie beim Konsum. Sich selbst als Grower kennenzulernen ist der erste Schritt. Mit der Zeit, durch Ausprobieren, Fehler und Erfahrung, baust du dir deinen eigenen Grow-Leitfaden. Eins muss aber klar sein: Lagerung, Pflege und Keimung des Samens sind genauso wichtig wie die Pflege der Pflanze.

Ordnung ist alles: Beschrifte die Behälter, in denen du deine Samen aufbewahrst. Noch besser, wenn sie vakuumverpackt sind, dann kommt keine Luft und damit keine Feuchtigkeit rein. Lagere Samen dunkel, kühl und trocken, laut Quelle bei höchstens 5 % Luftfeuchtigkeit, damit sie nicht zu keimen anfangen und sich keine Pilze bilden, die meist ab über 10 % auftauchen. Richtig gelagert keimen Samen zuverlässig und halten bis zu 5 Jahre. Mit der Zeit verlieren sie aber zwangsläufig an Kraft. TIPP: Finger weg von Samen mit dünner Schale.

Der wichtigste Auslöser der Keimung ist Feuchtigkeit, denn sie aktiviert die Hormone im Samen. Beim Lagern müssen Samen trocken sein, beim Keimen brauchen sie genau das Gegenteil.

Welche Arten von Cannabissamen gibt es?

Photoperiodische Cannabissamen

Aus photoperiodischen Samen können männliche oder weibliche Pflanzen wachsen.

Autoflower-Samen

Autoflower-Samen (feminisiert oder regulär) bringen Pflanzen hervor, die keinen Wechsel des Lichtzyklus brauchen, um von der Wachstums- in die Blütephase zu wechseln. Die Blüte startet „automatisch“.

Reguläre Cannabissamen

Aus regulären Samen können männliche oder weibliche Pflanzen wachsen, manchmal sogar Zwitter. Mit regulären Samen zu growen ist einer der beliebtesten und einfachsten Wege. Sie sind leichter zu bekommen und selbst herzustellen und natürlich günstiger als feminisierte Samen.

Feminisierte Cannabissamen

Aus feminisierten Samen wachsen fast immer weibliche Pflanzen. Sie können teuer sein und brauchen, wenn sie photoperiodisch sind, 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit, um in die Blüte zu gehen.

Und wie bringst du einen Samen jetzt zum Keimen? Das erklären wir dir hier.

Cannabissamen keimen: die Methoden

Keimen im Küchenpapier

Die Küchenpapier-Methode ist die am häufigsten empfohlene – effektiv, einfach und billig. Aber wie geht das genau, und wie lange dauert es, bis ein Samen im Küchenpapier keimt?

Was du brauchst

  • Saugfähiges Küchenpapier.
  • Zwei Teller oder eine blickdichte Plastikdose mit Deckel.
  • Wasser.
  • Sprühflasche (optional).
  • Samen.
  • Latexhandschuhe.

Viele halten das Keimen im Küchenpapier für kompliziert, ist es aber nicht. Vorab ein Tipp: Trag während des ganzen Vorgangs Latexhandschuhe, damit du keine Krankheiten, Pilze oder Viren auf die Samen überträgst.

So läuft die Keimung Schritt für Schritt

  1.  Leg etwa 6 bis 8 Blätter saugfähiges Küchenpapier auf einen Teller (oder in eine Dose) und gieß lauwarmes Wasser drüber, bis alles durchnässt ist. Dann drückst du das Papier aus, sodass es feucht, aber nicht klatschnass ist.
  2. Leg die Samen auf das Papierbett, mit etwas Abstand, damit sich die Wurzeln beim Keimen nicht ineinander verheddern. Tipp: Fass die Keimlinge so wenig wie möglich an.
  3. Feuchte weitere 6 bis 8 Blätter Küchenpapier an, drück das überschüssige Wasser raus und leg sie oben auf die Samen.
  4. Dann kommt der zweite Teller auf das obere Papier (oder der Deckel auf die Dose), damit es dunkel ist. Halte das Papier feucht, bis auch der letzte Samen gekeimt ist. Am besten machst du den Deckel nicht ganz zu; wenn doch, öffne ihn jeden Tag, damit frische Luft reinkommt, und schau nach, wie weit die Samen sind.
  5. Stell den Behälter an einen warmen Ort ohne direktes Licht, bei 18 bis 25 °C.
  6. Halte alles feucht. Wenn das Papier trocken wird, sprüh Wasser drauf. Wir empfehlen, den Samen umzusetzen, wenn die Wurzel (Keimwurzel) 1 bis 1,5 cm lang ist.
  7. Setz deine Keimlinge ein. Hat die Keimung begonnen, gießt du die Erde an, bohrst ein Loch so tief wie die Wurzel lang ist und setzt den Samen mit der Wurzel nach unten hinein. So schauen die Keimblätter, also die ersten beiden Blättchen deines Keimlings, später gerade aus dem Substrat heraus. Wichtig ist hier eine ausgewogene Feuchtigkeit im Substrat, dann fühlt sich dein Keimling wohl.

Vorteile der Keimung im Küchenpapier

  • Material günstig und leicht zu bekommen.
  • Du kannst die Keimung genau beobachten.
  • Küchenpapier hält die Feuchtigkeit gut, lässt sich leicht wieder anfeuchten und die Wurzel klebt nicht fest, sodass du sie leicht lösen kannst. Klopapier oder Watte werden nicht empfohlen.

Nachteile

  • Du musst den keimenden Samen anfassen, und das ist einer der empfindlichsten Momente im Leben der Pflanze.

Cannabissamen in Jiffys keimen

Jiffys sind Tabletten aus gepresstem Torf, die aufquellen, wenn sie nass werden. Es gibt sie in verschiedenen Größen, man nutzt sie zum Bewurzeln von Stecklingen und zum Keimen von Samen. Und wie keimst du damit Cannabissamen?

Was du brauchst

  • Jiffys.
  • Wasser.
  • Samen.
  • Mykorrhiza und Trichoderma (optional).

Schritt für Schritt

  1. Leg die Jiffys in einen Behälter.
  2. Wasser vorbereiten: Stell den pH-Wert auf 6,2 bis 6,5 ein. Jetzt ist der perfekte Moment, Mykorrhiza und Trichoderma ins Wasser zu geben, so wird der Jiffy direkt damit geimpft.
  3. Jiffys wässern: Du siehst, wie sie Wasser ziehen und aufquellen. Wenn sie aufgequollen sind, drück sie leicht mit der Hand aus, damit das überschüssige Wasser rausläuft, ohne den Torf innen zusammenzupressen.
  4. Bohr ein Loch oben in den Jiffy: Dafür reicht etwas Längliches wie ein Kuli. Das Loch sollte 1,5 bis 2 cm tief sein.
  5. Leg den Samen ins Loch und deck ihn ab, mit dem Finger ein bisschen Torf drüber, ohne festzudrücken.
  6. Stell die Schale mit den Jiffys an einen warmen Ort (18 bis 25 °C).
  7. Die Jiffys müssen feucht bleiben, bis die ersten Keimblätter erscheinen. Du kannst die Pflanze im Jiffy lassen, bis seitlich die ersten Nebenwurzeln rausschauen, und den Keimling dann in einen größeren Topf setzen.

Vorteile der Keimung im Jiffy

  • Du musst den Keimling kaum anfassen.
  • Du weißt immer, wo der Samen steckt.
  • Das Umtopfen ist easy.

Nachteile

  • Bei zu viel Feuchtigkeit kommt kaum Luft an die Wurzeln.
  • Du kannst nicht beobachten, wie der Samen keimt.

Cannabissamen direkt im Topf keimen lassen

Wenn du deine Samen direkt im Topf keimen lassen willst, musst du wissen, was du dafür brauchst. Entscheidest du dich für diese Methode, halte dich an die folgenden Schritte, damit die Keimung sauber läuft:

Was du brauchst

  • Topf bzw. Töpfe.
  • Substrat (Kokos oder Erde).
  • Samen.

Schritt für Schritt

  1. Topf aussuchen und vorbereiten. Am besten startest du mit einem Anzuchttopf (0,2 bis 0,4 Liter).
  2. Füll den Topf mit Substrat. Wenn du Kokos nimmst, gibst du ¼ der normalen Düngerdosis für die Wachstumsphase dazu.
  3. Drück das Substrat leicht an. Mit der Hand andrücken, aber nicht übertreiben; Kokos setzt sich beim Wässern sowieso.
  4. Wasser vorbereiten und gießen. Gib Wurzelstimulator und/oder Wachstumsdünger dazu (nur bei Kokos oder ungedüngter Erde) und stell den pH-Wert auf 6,2 bis 6,5 ein. Gieß, bis unten Wasser aus dem Topf läuft.
  5. Mach ein kleines Loch, 2 cm tief, und leg den Samen hinein , nachdem du ein paar Minuten gewartet hast, bis das Wasser ganz abgelaufen ist.
  6. Halte das Substrat feucht und beobachte, was passiert. Sobald der Samen gekeimt ist, arbeitest du mit kleinen Wechseln aus feucht und trocken, ohne dass das Substrat austrocknet oder zu nass wird. Danach geht’s ganz normal weiter.

Vorteile der Direktsaat im Topf

  • Du musst den Keimling kaum anfassen.

Nachteile

  • Bei zu viel Feuchtigkeit kommt kaum Luft an die Wurzeln.
  • Du kannst die Keimung nicht verfolgen.
  • Den Samen wiederzufinden, ist schwierig.
  • Du verlierst die Keimgarantie der Samenbank, weil der Samen möglichen Krankheitserregern in der Erde ausgesetzt ist.

Wenn ein Samen nicht keimt, geh jeden Schritt noch mal durch und such den Fehler, aber vergiss nicht: Samen sind Teil der Natur, und die hat ihr eigenes Tempo und ihre eigenen Regeln. Samen sind Leben, und manchmal klappt es eben nicht. Als Grower kommst du nur weiter, wenn du dranbleibst, es wieder versuchst, analysierst, was schiefgelaufen sein könnte, und aus jedem Fehler lernst, bis deine Samen keimen.

Wie lange braucht ein Cannabissamen zum Keimen?

Ein Cannabissamen keimt unter besten Bedingungen in 12 bis 72 Stunden, manchmal dauert es ein paar Tage, bei schlechten Bedingungen auch länger. 

Wenn du deine Samen richtig lagerst und ihnen beim Keimen die besten Bedingungen bietest, steigen deine Chancen deutlich.

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Gutes Keimen!