F1- und F2-Samen: Was die Kürzel auf der Samenpackung bedeuten
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F1- und F2-Samen: Was die Kürzel auf der Samenpackung bedeuten

F1, F2, IBL: drei Kürzel, die dir verraten, wie stabil eine Sorte ist und wie einheitlich deine Pflanzen wachsen werden.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Kurz gesagt: F1 ist die erste Generation einer Kreuzung aus zwei Elternsorten, F2 die Generation aus F1-Pflanzen und IBL eine Inzuchtlinie, die über viele Generationen stabilisiert wurde. Diese Kürzel stehen auf vielen Samenpackungen, weil Züchter Cannabissorten kreuzen, um neue Sorten mit anderen Eigenschaften zu schaffen. Das ist beim Gras nicht anders als bei Orchideen oder preisgekrönten Rosen.

Wenn es um Cannabissorten geht, fällt ständig das Wort Genetik. Aber was heißt das eigentlich? Wenn du einfach nur Samen kaufen und anbauen willst, musst du kein Genetik-Profi sein. Es reicht, die Grundeigenschaften der Sorte zu kennen.

Willst du aber selbst ins Züchten einsteigen, solltest du ein paar Dinge verstanden haben, damit es auch klappt.

Bei der Genetik sind F1, F2 und IBL drei Bezeichnungen, die viel über eine Pflanze verraten. F1 ist die erste Generation, F2 die zweite, und IBL steht für „Inbred Line“, also Inzuchtlinie.

Die wichtigsten Eigenschaften, an denen Züchter über Kreuzungen schrauben, sind Pflanzengröße, Verhältnis von Blüte zu Blatt, Ertrag, Geschmack, Wirkung und die Anpassung an westliche Anbaubedingungen.

Wer schon länger kifft, weiß: Es gibt unfassbar viele Genetiken. Die meisten davon sind Hybride. Hybride sind Sorten, die durch Selektion entstanden sind. Neue Samen entstehen, indem man zwei Elternsorten kreuzt, oft über viele Generationen. Sorten, die sich über lange Zeit auf natürlichem Weg an ihre Umgebung angepasst haben, nennt man Landrassen.

Was bedeutet F1-Hybrid bei Cannabissamen?

Cannabissamen entstehen, wenn eine männliche Pflanze eine weibliche bestäubt. Das passiert normalerweise ganz natürlich, und die Genetik der Samen kann je nach Elternpflanzen stark schwanken.

Damit ein Samen das Label „F1“ tragen darf, muss er aus der Kreuzung zweier Elternsorten stammen, also die erste Generation dieser Kreuzung sein. Der große Vorteil: der sogenannte Heterosis-Effekt oder die Hybridvitalität. Gemeint ist eine besondere Kraft und Widerstandsfähigkeit, weil die Pflanze das Beste von beiden Eltern mitbekommt. In der Theorie wachsen aus F1-Samen also stärkere, robustere Pflanzen, die mehr und bessere Blüten liefern können.

Natürlich können Züchter F1-Samen auch ganz gezielt durch kontrollierte Bestäubung erzeugen.

Kreuzt man zwei Elternsorten, entstehen F1-Nachkommen. F1 steht für erste Filialgeneration. Meistens setzen sich in dieser Generation die dominanten Merkmale durch. Damit auch rezessive Merkmale auftauchen und die „Stabilisierung“ beginnen kann, müssen F1-Pflanzen untereinander gekreuzt werden.

„F1“ heißt, dass die Samen oder Pflanzen zwei echte Elternteile haben. Kreuzt man F1-Hybride miteinander, entstehen Pflanzen, die den ursprünglichen Eltern nicht mehr gleichen, auch wenn sie einiges mit ihnen teilen können.

Die Einheitlichkeit geht verloren, weil sich die genetische Vielfalt aufspaltet und die Merkmale schwerer vorherzusagen sind. Und das geht immer weiter: Kreuzt man F2 mit F2, entsteht F3, mit noch mehr Variation.

Wie entstehen F2-Samen?

Kreuzt man F1-Hybride untereinander oder bestäubt eine F1 mit sich selbst, bekommt man F2-Samen. In dieser zweiten Generation können rezessive Merkmale deutlicher hervortreten. Diese F2-Genetiken stammen von Sorten, die sowohl dominante als auch rezessive Merkmale in sich tragen.

Die F1-Generation erbt von ihren Eltern einen Satz dominanter und rezessiver Gene. Wie sich diese Gene in der Pflanze tatsächlich zeigen, nennt man Phänotyp. Weil jeder Nachkomme seine eigene Mischung aus dominanten und rezessiven Merkmalen bekommt, kann eine Sorte ganz unterschiedliche Phänotypen hervorbringen.

F2-Pflanzen verlieren außerdem einen Teil der Hybridvitalität, die F1 so stark macht: Die Gene werden neu gemischt, und zwischen den einzelnen Pflanzen tauchen deutlich mehr Unterschiede auf.

Ein Beispiel: Die beliebte Blue Dream bringt sowohl indica- als auch sativa-lastige Phänotypen hervor. Generationen und Phänotypen sind auch der Grund, warum es so viele OG-Kush-Varianten gibt, etwa San Fernando Valley OG, Larry OG oder Bubba Kush. Verschiedene Züchter haben OG-Kush-Phänotypen ausgewählt und daraus einheitliche Sorten gezüchtet.

Unterm Strich: Der Hauptunterschied zwischen F1, F2 und den folgenden Generationen ist schlicht die Generation und die Stabilität, die damit einhergeht.

Was sind IBL-Samen aus einer Inzuchtlinie?

IBL-Samen stammen aus einer Inzuchtlinie: Die Nachkommen von F1-Samen werden immer wieder untereinander gekreuzt. Üblich sind fünf oder mehr Generationen (F5), bevor eine Linie als IBL gilt. Ab diesem Punkt wird eine IBL oft als eigenständige Sorte betrachtet.

Diese Art der Zucht ist mühsam und kann Jahre dauern. Dafür sind die Samen am Ende meist sehr einheitlich, und du kannst als Grower ziemlich genau vorhersagen, was rauskommt.

Skunk ist ein klassisches Beispiel für Inzucht, mit der es gelungen ist, das typische Aroma und den markanten Geschmack der Sorte zu erhalten.

Wie entsteht eine IBL?

Man braucht reine Linien, um rezessive Merkmale festzuhalten und eine einheitliche Sorte zu schaffen. Die Pflanzen werden Generation für Generation weitergekreuzt, und jedes Mal wählt der Züchter die gewünschten Eigenschaften aus.

Wer eine Linie immer wieder in sich weiterzüchtet, bekommt fast identische Nachkommen. Aus den Samen sollten erstaunlich ähnliche Pflanzen wachsen. Ein verbreiteter Mythos besagt zum Beispiel, dass die Indica G-13 über 13 Generationen gezüchtet wurde, bevor sie überraschend an die Öffentlichkeit kam.

Manche Züchter brauchen Jahre für die perfekte Sorte, so wie bei Charlotte's Web, einer der bekanntesten Sorten mit viel CBD. Steht „IBL“ neben dem Sortennamen, wurde die Sorte durch wiederholte Kreuzungen über mehrere Generationen geschaffen. Oft findest du auch „F1“ oder „F2“, und das sagt dir, mit welcher Generation du es zu tun hast.

Bei jeder Selektionsrunde wählt der Züchter gezielt die Pflanzen aus, die die gewünschten Eigenschaften am besten zeigen, und kreuzt mit genau diesen weiter.

Gibt es auch F3-Samen und weitere Generationen?

Ja. Mit der dritten Generation beginnt die Stabilisierung, aber am Ziel ist man damit noch nicht. Wenn du wirklich eine stabile Sorte schaffen willst, kreuzt du über weitere Generationen weiter, zum Beispiel bis zu F4- und F5-Pflanzen.