Fusarium bei Cannabis: Welke erkennen, vorbeugen, bekämpfen
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Fusarium bei Cannabis: Welke erkennen, vorbeugen, bekämpfen

Der Bodenpilz kommt über die Wurzeln und lässt Pflanzen in kurzer Zeit welken. Retten lässt sich wenig, vorbeugen dafür eine Menge.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Fusarium ist ein Bodenpilz, der Cannabis über die Wurzeln befällt und Äste oder die ganze Pflanze innerhalb von Tagen bis Wochen welken und absterben lassen kann. Ist er erst mal drin, lässt er sich kaum noch behandeln – der eigentliche Kampf heißt deshalb Vorbeugung: sauberes, gesundes Substrat, desinfiziertes Werkzeug, maßvolles Gießen und Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Griff.

Einer der Pilze, die jeder Grower kennen sollte, gehört zur Gattung Fusarium.

Fusarium an deinen Cannabispflanzen bedeutet Alarmstufe Rot: Die Infektion kann Äste oder die komplette Pflanze innerhalb von Tagen oder Wochen dahinraffen.

Die Verluste können riesig sein, aber es gibt mehrere Wege, vorzubeugen und dagegenzuhalten.

Was ist Fusarium?

Fusarium ist eine Pilzgattung, die gezielt Wurzeln und Blätter von Cannabispflanzen angreift. Der Pilz mag es warm und tropisch und kann jahrelang auf den perfekten Moment lauern, um zuzuschlagen. Wenn du outdoor anbaust, kann er also überall im Garten stecken, ohne dass du es merkst. Oft wird er über fließendes Wasser und über Garten- oder Grow-Werkzeug verschleppt.

Für viele Grower ist Fusarium eine riesige Bedrohung, sobald er aktiv wird, denn er führt zu Welke oder Wurzelfäule. Das Schlimmste: Hat die Infektion einmal begonnen, sind die befallenen Pflanzen extrem schwer zu behandeln. Für viele Grower wird das zum echten Albtraum.

Da Fusarium oxysporum vor allem im Boden lebt und sich dort wohlfühlt, ist ein Hydro-Grow eine gute Möglichkeit, das Risiko zu senken – ausschließen lässt es sich damit aber nicht. Ein fusariumfreier Grow heißt vor allem: hart daran arbeiten, die Umgebung für Pilze möglichst ungemütlich zu machen.

Wie wirst du Fusarium wieder los?

Hat Fusarium einmal zugeschlagen, sind die Pflanzen kaum zu retten. Ein paar Dinge kannst du tun, um den Schaden zu begrenzen, aber meistens ist es sinnvoller, die befallenen Pflanzen zu entsorgen und neu anzufangen. Deshalb gilt bei diesem Pilz: Vorbeugung hat oberste Priorität.

Der beste Schutz gegen Schädlinge und Krankheiten sind hochwertige Samen. Gute Samen bringen meist eine robuste Genetik mit, die es Pilzen schwer macht, sich heimlich über die Wurzeln einzuschleichen.

Vorbeugen statt bekämpfen: So hältst du Fusarium fern

Weil Fusarium im Boden gedeiht, schützt du deine Pflanzen am besten mit gesundem, fusariumfreiem Substrat. Dazu gehören auch natürliche Fungizide. Außerdem kannst du Kompost oder Komposttee einsetzen, um die nützlichen Bakterien zu stärken, die schädliche Pilze verdrängen.

Um den Boden zu füttern, kannst du Bakterienfutter wie Melasse zugeben, das die guten Bakterien im Substrat unterstützt. Lehmiger Boden hilft, den pH-Wert des Mediums anzuheben, und drängt so schädliche Pilze zurück. Auch andere gesunde Pflanzen neben dem Cannabis verbessern die Bodenqualität und helfen, das Problem in Schach zu halten.

Noch sicherer wird es, wenn du in Töpfen statt direkt im Beet anbaust. So bleibt eine Infektion auf einen kleinen Bereich begrenzt, und du kannst die Ausbreitung des Pilzes leichter stoppen.

Warum tritt Fusarium bei Cannabis auf?

Wie jeder Pilz entwickelt sich Fusarium in feuchter, warmer Umgebung. Je besser du Luftfeuchtigkeit und Temperatur selbst steuern kannst, desto eher verhinderst du, dass er sich ausbreitet. Am einfachsten geht das indoor, wo du viele Werte im Blick hast und anpassen kannst.

Krankheiten wandern über Gartenwerkzeug, das mit dem Pilz in Kontakt war, von einer Stelle zur nächsten. Deshalb solltest du dein Grow-Equipment gründlich reinigen und desinfizieren, genauso wie Gießkanne und Gartenschlauch.

Übermäßiges Gießen schneidet nicht nur die Wurzeln vom Sauerstoff ab, es fördert auch Pilzwachstum. Zu viel gegossen hast du, wenn du zu oft oder zu viel Wasser auf einmal gibst.

Deine Pflanzen im Auge zu behalten, ist ein großer Teil der Pflege. Wir können gar nicht genug betonen, wie wichtig genaues Hinschauen ist. Ohne das merkst du nicht, ob deine Pflanzen von Fusarium befallen sind. Aber wie sieht eine infizierte Pflanze aus? Die zwei wichtigsten Symptome sind Welke und Wurzelfäule.

Woran erkennst du Fusarium an deiner Pflanze?

Das häufigste Symptom von Fusarium bei Cannabis ist die Welke. Sie zeigt, dass der Pilz die Pflanze schon besiedelt, und jetzt musst du handeln: Schneide die befallenen Teile wenn möglich mit sauberem Werkzeug ab und bring sie aus dem Growbereich raus.

Die Symptome davor hängen davon ab, welche Fusarium-Art deinen Grow erwischt hat: Flecken am Stängel, Läsionen und eine Erschöpfung, die nicht zum Platz der Pflanze oder zu ihrem Düngeplan passt.

Wichtig: Zeigt eine Pflanze Fusarium-Symptome, ist die Behandlung schwieriger als bei den meisten anderen Pilzen, und die Infektion schreitet schnell voran.

Der Lebenszyklus von Fusarium

Fusarium bildet drei Sporentypen: Mikro- und Makrokonidien, die aus einer bzw. vielen Zellen bestehen, und Chlamydosporen – extrem widerstandsfähige Sporen, die 5 bis 15 Jahre im Boden überleben können.

Die Sporen werden freigesetzt und können sich auf lebendem oder totem Pflanzengewebe entwickeln. In die Pflanze gelangen sie über Verletzungen an Stängel, Blättern oder Wurzeln.

Der Pilz entwickelt sich zwischen 10 und 30 °C, am besten vermehrt er sich bei 20 bis 25 °C und 12 Stunden Licht und Dunkelheit – damit sind Indoor- und Outdoor-Grows gleichermaßen potenzielle Opfer. Fusarium überlebt in Böden mit einem pH-Wert zwischen 2,2 und 9,0. Den pH anzupassen hilft also, reicht allein aber nicht.

Was passiert, wenn du Buds mit Fusarium rauchst?

Die große Frage vieler Leute: Kann man Gras mit Fusarium rauchen? Zunächst mal ist diese Pilzgattung so weit verbreitet, dass sie sogar in unserem Körper leben kann, ohne Probleme zu machen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann es aber zu verschiedenen Infektionen kommen.

Trotzdem gilt wie bei jedem verpilzten Gras: Finger weg, denn bei vielen Arten überstehen die Sporen hohe Temperaturen oder Lösungsmittel.

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