
Lila Cannabis: Warum manche Pflanzen violette Buds bekommen
Nicht die Terpene färben die Blüten lila, sondern Anthocyane. Was dahintersteckt, welche Rolle Kälte und pH spielen und welche Sorten violett werden.
Lila Cannabis bekommt seine Farbe nicht von Terpenen, sondern von Anthocyanen: Pflanzenfarbstoffen aus der Familie der Flavonoide, die bestimmte Sorten genetisch mitbringen. Kühle Nächte kurz vor der Ernte können die violette Färbung bei diesen Sorten noch verstärken. Violette Buds sind ein echter Hingucker, und viele Cannabis-Fans sind ganz verrückt nach ihrem Look.
Was ist lila Cannabis?
„Violette Buds“ ist ein Sammelbegriff für eine wachsende Familie von Sorten, die sich Farbe, einen typischen Geschmack, das Aroma oder die Wirkung teilen.
Von der Genetik her sind Purple-Sorten meist Indica-lastig (außer sie wurden mit etwas anderem gekreuzt). Aber was macht lila Gras eigentlich aus?
- Purple-Sorten sind für ein intensives High bekannt, das manchen zufolge bei chronischen Schmerzen hilft, ohne den Kopf völlig auszuknocken. Trotz dieser kräftigen Wirkung liegen klassische lila Sorten beim THC eher im Mittelfeld, im Schnitt bei 15–16 %.
- Neben der auffälligen Farbe sind violette Buds auch für ihren Geschmack bekannt. Oft schmecken sie regelrecht „lila“: nach süßem Traubenbonbon, manchmal mit einem Hauch Blumen.
Über die Frage, warum es lila Cannabis gibt und wie es entstanden ist, kursieren viele Theorien, und nicht alles davon stimmt. Was die Pflanze lila färbt, sind Anthocyane, die zur Familie der Flavonoide gehören und in bestimmten Genetiken stecken. Hier erfährst du, was sie sind und wie sie Cannabis violett machen.

Lila Buds: Was sind Anthocyane?
Dass Cannabis lila wird, verdankt es den Anthocyanen, die zur Familie der Flavonoide gehören. Man findet sie normalerweise in Obst, Gemüse, Getreide, Tee und Nüssen, aber auch in Cannabispflanzen, neben Cannabinoiden und Terpenen.
Was Flavonoide bringen, wird noch erforscht. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass sie:
- Herz und Leber schützen könnten.
- Sehkraft und Nervengesundheit unterstützen könnten.
- Übergewicht und Diabetes vorbeugen könnten.
- antioxidativ wirken
- antimikrobiell wirken
- entzündungshemmend wirken
Anthocyane sind dafür verantwortlich, dass manche Cannabissorten violett werden. Es sind wasserlösliche Farbstoffe, die in vielen Pflanzen vorkommen: Sie geben Heidelbeeren ihr Blau, roten Trauben ihr Rot und Brombeeren ihr Schwarz. Die Moleküle gibt es in einer ganzen Farbpalette, von Gold über Rot, Dunkelgrün, Violett und Dunkelblau bis Schwarz. Temperatur, Licht, pH-Wert und Struktur bestimmen mit, welche Farbe genau entsteht und wie stabil die Pigmente sind.
Es gibt Wege, damit die Anthocyane die Oberhand gewinnen. Ein paar Tipps dazu:
- Kühle Temperaturen können die Blätter verfärben, sodass die Anthocyane zum Vorschein kommen. Das klappt aber nur bei Sorten, die genetisch auf Lila gezüchtet sind. Wichtig ist, das dosiert und zum richtigen Zeitpunkt zu machen, nämlich kurz vor der Ernte.
- Nachttemperaturen um 10 °C sind ideal, du solltest die Temperatur aber schrittweise senken, damit die Pflanzen keinen Kälteschock bekommen. Zu lange Kälte kann den Ertrag drücken.
- Extreme Kälte kann die Pflanzen schädigen oder sogar töten. Purple-Sorten, die outdoor in kühlerem Klima wachsen, färben sich oft ganz von allein lila, ohne dass du nachhelfen musst.
- Auch der pH-Wert beeinflusst die Farbe der Anthocyane. Saure Bedingungen mit niedrigem pH können die Pflanze rötlich färben, ein neutraler pH ergibt meist Lila, ein hoher pH eher Blau.
Kann jede Cannabispflanze lila Blüten bekommen?
Eine Sorte muss die Veranlagung zum Lila mitbringen, und das hängt von ihrer Genetik ab. Manche Sorten enthalten mehr Anthocyane als andere. In einer „winterlichen“ Blütephase sorgen diese genetische Veranlagung, bestimmte chemische Faktoren und die Umgebung zusammen dafür, dass die violette Färbung sichtbar wird.
Lila Cannabissorten im Überblick
Cannabissorten lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: photoperiodische Sorten, die eine bestimmte Anzahl an Lichtstunden brauchen, um in die Blüte zu gehen, und Autoflowers, die nicht auf feste Lichtzeiten angewiesen sind und nach einer gewissen Zeit automatisch blühen. Wenn du lila Gras growen willst, brauchst du eine Sorte mit vielen Anthocyanen. Hier Beispiele für Purple-Sorten aus beiden Gruppen.
Lila feminisierte Sorten (photoperiodisch)
- Mimosa x Orange Punch: Diese lila Pflanzen bringen große Mengen cannabinoidreicher Blüten. Das Aroma ist eine frische, leckere Mischung aus Orangensaft, Sekt und einem Schuss Cranberrysaft. Dazu kommen beeindruckende violette und goldene Färbungen.
- Mendocino Purple Kush: eine seltene, potente Indica-dominante Sorte aus Mendocino Purps und OG Kush. Sie riecht süß und erdig mit Noten von Trauben und Beeren, die Buds sind dicht und von einer unglaublichen Trichomschicht überzogen. Die Sorte kann wunderschön lila werden und liefert ein beruhigendes, entspannendes Körperhigh.
- Persian Pie: eine Indica-dominante Hybride mit lila Buds, süß-erdigem Aroma und einem Geschmack zwischen süß und sauer. Die Wirkung ist beruhigend und entspannend, viele nutzen sie zum Abschalten nach stressigen Tagen und berichten, dass sie bei Schmerzen hilft.
Lila feminisierte Autoflowers
- Auto Purple Diesel: Diese violette Hybride entstand aus einer Kreuzung von Purple Diesel mit einer Ruderalis-Sorte. Sie riecht süß und erdig mit einem Hauch Diesel, die Buds sind dicht, dunkelgrün mit lila Einschlag und dick mit Trichomen überzogen. Die Wirkung ist anregend und energiegeladen.
- Dark Devil Auto: Diese lila Autoflower wurde aus Critical Mass und Auto Blackberry Kush gekreuzt. Eine schnell blühende, Indica-dominante Sorte mit großen, dichten, harzigen Buds und süß-fruchtigem Aroma. Die Wirkung ist entspannend und beruhigend, daher greifen viele zu ihr, um Stress und Anspannung loszuwerden.
- Auto Forbidden Cherry: eine lila Hybride aus einer Kreuzung von Forbidden Fruit und Cherry Pie. Sie duftet süß-fruchtig nach Kirsche und Gewürzen, die violetten Buds sind dicht und mit einer dicken Trichomschicht bedeckt. Die Wirkung ist stimmungshebend und euphorisch, mit einem kräftigen Körperhigh.

Lila Cannabis und seine Wirkung: Wirkt es anders als grünes Gras?
Die Farbe allein macht keinen Unterschied: Lila Gras wirkt nicht grundsätzlich anders als andere Sorten. Du kannst es rauchen, vapen, essen oder Getränke daraus machen. Purple-Sorten sind für ihre entspannende Wirkung und ihren süßen Geschmack bekannt und daher beim Freizeitkonsum beliebt.
Manche sagen, lila Cannabis bringe sie in eine tiefe Entspannung und sorge für ein allgemeines Wohlgefühl. Einige Konsumenten berichten außerdem, dass es ihnen zu einem tieferen Bewusstseinszustand verhilft.
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