Limonen in Cannabis: Wirkung, Sorten und Blaulicht-Trick
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Limonen in Cannabis: Wirkung, Sorten und Blaulicht-Trick

Was Limonen ist, was Studien über seine Wirkung andeuten, welche Sorten viel davon haben und warum Grower kurz vor der Ernte auf Blaulicht schalten.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Limonen ist ein Terpen, also ein pflanzlicher Aromastoff, und sorgt für den typischen Zitrusduft in Zitronen, Orangen, Mandarinen und vielen Cannabissorten. Es wird in Lebensmitteln und Kosmetik eingesetzt, und Studien, viele davon im Labor oder an Tieren, deuten auf stimmungsaufhellende, entzündungshemmende und angstlösende Eigenschaften hin. Das Terpen kommt in bestimmten Pflanzen ganz natürlich vor, eben auch in Zitrusfrüchten, denen es ihren frischen Duft gibt.

Limonen ist in den letzten Jahren richtig beliebt geworden, weil ihm viele positive Effekte auf den Körper zugeschrieben werden. Die Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmabranche nutzen es wegen seiner antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften und weil es Stress lindern soll.

Cannabispflanze kurz vor der Ernte

Welche Wirkung hat Limonen? Was die Forschung andeutet

Das Terpen Limonen, das in Cannabis und in vielen Zitrusfrüchten steckt, wird mit einer ganzen Reihe gesundheitlicher Effekte in Verbindung gebracht. Es wurde schon oft untersucht, meist im Labor oder an Tieren, und diese Studien deuten auf mögliche therapeutische Eigenschaften hin:

  1. Stimmungsaufhellend: Einige Studien deuten darauf hin, dass Limonen die Stimmung heben könnte, indem es das innere Gleichgewicht (Homöostase) unterstützt. In einer Untersuchung mit Patient:innen mit klinischer Depression wurden Verbesserungen bei Hormonwerten und Immunfunktion beobachtet, für eine Wirkung als natürliches Antidepressivum reicht die Datenlage aber nicht.
  2. Gegen Pilze: Limonen bremst das Wachstum von Pilzen, vor allem von solchen, die Lebensmittel befallen. Das könnte auch gegen manche Pilzinfektionen nützlich sein.
  3. Entzündungshemmend: Studien deuten darauf hin, dass Limonen entzündungshemmend wirkt. Das könnte bei Erkrankungen wie Asthma und Kolitis interessant sein, weil es Entzündungen dämpft und dem Magen-Darm-Trakt guttut.
  4. Gegen Krebszellen: Labor- und Tierstudien deuten darauf hin, dass Limonen das Tumorwachstum bremsen könnte, vor allem bei Brustkrebs. Außerdem löst es in Krebszellen offenbar die Apoptose aus, also den programmierten Zelltod. Das ist aber Forschung, keine Krebstherapie.
  5. Angstlösend: Erste Untersuchungen zeigen angstlösende Effekte. Limonen könnte also helfen, Angst und Stress zu lindern und das psychische Wohlbefinden zu unterstützen.
  6. Fürs Immunsystem: Einige Studien deuten darauf hin, dass Limonen das Immunsystem positiv beeinflussen und eine gesunde Immunantwort fördern könnte.

Bei allen möglichen Vorteilen: Laut einer Studie aus Großbritannien kann Limonen bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Insgesamt gilt es aber als sehr sicher und für Menschen nicht giftig.

Cannabissorten mit viel Limonen

Limonen gehört zu den häufigsten Terpenen in Cannabis, nur Myrcen kommt öfter vor. Zitronenduft wird zwar gern mit viel Limonen gleichgesetzt, aber das stimmt nicht immer.

Ob eine bestimmte Sorte wirklich viel Limonen enthält, verrät nur eine Laboranalyse. Wenn du nach Sorten mit hohem Limonengehalt suchst, sind diese hier einen Blick wert:

  • Amnesia Kush: Diese Sorte bringt zwei Cannabis-Ikonen zusammen, Holland und Kalifornien. Sie kombiniert Geschmack und Robustheit der OG Kush mit der Sativa-Power der Amnesia Haze. Dank ihres Kush-Erbes hat Amnesia Kush viel Limonen und eine kräftige Wirkung, mit THC-Werten, die über 20 % liegen können. Die Pflanze ist wüchsig, leicht zu growen und kommt dank ihrer Sativa-Dominanz gut mit feuchtem Klima klar.
  • Purple Afghan Kush: Gilt als eine der schönsten und geheimnisvollsten Sorten und überrascht mit einem Geschmack nach Ananas und tropischen Früchten, hinter dem eine Menge Limonen steckt. Trotz des hohen Limonengehalts wirkt sie nicht typisch nach Sativa. Mit viel THC sorgt sie für Muskelentspannung und ein langes, ruhiges Gefühl in Körper und Kopf, das dich aber nicht erschlägt.

Probier diese Sorten aus und finde heraus, wie Limonen und andere Terpene die Wirkung von Cannabis prägen, mit der nötigen Begleitung und mit Blick auf dein ganzes Wohlbefinden.

Wie kannst du den Limonengehalt im Grow erhöhen?

Terpen-Nerds haben herausgefunden, dass sich das Terpenprofil von Cannabispflanzen mit einer Blaulicht-Behandlung in den Tagen vor der Ernte steigern lässt.

Dabei schaltest du in den letzten 2 bis 4 Tagen vor der Ernte den Rotanteil im Spektrum ab, sodass die Pflanzen nur noch blaues Licht bekommen. Manche Grower berichten, dass dadurch mehr Terpene gebildet werden, wissenschaftlich belegt ist das aber kaum.

Es gibt verschiedene Theorien, wie und warum das funktioniert, aber viele Grower schwören darauf.

Reife Cannabisblüten mit Trichomen

Rotes Licht ist zwar entscheidend für Blüte und Blütenwachstum, aber kurz vor der Ernte ist dieser Job weitgehend erledigt. Deshalb kannst du den Rotanteil deiner LEDs einige Tage vorher abschalten, ohne dass der Ertrag leidet.

Die Vermutung dahinter: Bekommt die Pflanze nur blaues Licht, steckt sie ihre Photosynthese-Energie nicht mehr in Biomasse, sondern in die Terpenproduktion.