
Rauchen aufhören mit CBD: Was die Studien sagen
Weniger Zigaretten, weniger Suchtdruck: Was erste Studien zu CBD beim Rauchstopp zeigen und wo die Grenzen liegen.
Kann CBD beim Rauchstopp helfen? Erste Studien deuten darauf hin: In einem kleinen Versuch rauchten Raucher:innen mit CBD-Inhalator rund 40 % weniger Zigaretten, und CBD könnte Entzugssymptome wie Unruhe oder Schlafprobleme abfedern. Ein Wundermittel ist es nicht, denn Rauchen gehört zu den Gewohnheiten, die am schwersten loszuwerden sind.
Nikotin macht abhängig. Wer aufhört, bekommt deshalb unangenehme Begleiterscheinungen, die sogenannten Entzugssymptome. Dazu gehören starkes Verlangen nach Nikotin, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Angst und Gereiztheit, depressive Verstimmung, Gewichtszunahme und Kopfschmerzen, um nur einige zu nennen.

Die Entzugssymptome setzen innerhalb der ersten 24 Stunden nach der letzten Zigarette ein. Meist erreichen sie am dritten Tag ihren Höhepunkt und lassen dann nach und nach nach. Der Entzug geht vorbei, kann aber richtig fies sein und bis zu drei oder vier Wochen dauern.
Bevor es darum geht, wie CBD bei Suchtproblemen helfen kann, ein kurzer Blick auf das Endocannabinoid-System (ECS). Dieses körpereigene Regelsystem steuert viele Prozesse in deinem Körper und hält ihn im Gleichgewicht (Homöostase). Das ECS ist auch daran beteiligt, wie belohnend sich Suchtmittel anfühlen. CBD wirkt auf verschiedene Weise auf das ECS ein, und eine dieser Wirkungen könnte sein, Suchtverhalten abzuschwächen. Anders gesagt: CBD kann womöglich verändern, wie dein Körper diese Substanzen verarbeitet, sodass sie sich weniger lohnend anfühlen.
Was ist CBD?
CBD steht für Cannabidiol, das zweithäufigste Cannabinoid in der Cannabispflanze. Im Nutzhanf (Sorten mit sehr wenig THC) ist es sogar das häufigste, deshalb stammen viele CBD-Produkte aus Hanf. Obwohl es aus der Cannabispflanze kommt, macht CBD nicht high, und mehrere Studien deuten auf ein Potenzial als Ergänzung bei verschiedenen psychischen und körperlichen Beschwerden hin.
Da überrascht es kaum, dass CBD einige Hürden beim Rauchstopp leichter machen könnte.
Eine Studie des University College London von 2013 hat das Potenzial von CBD als Hilfe beim Aufhören untersucht. 24 Raucher:innen bekamen entweder einen CBD-Inhalator oder einen Placebo-Inhalator und sollten ihn immer dann benutzen, wenn die Lust auf eine Zigarette kam. Nach einer Woche zeigte sich: Die CBD-Gruppe rauchte rund 40 % weniger Zigaretten.
Eine andere Studie hat sich angeschaut, wie CBD auf die Hirnchemie der Tabaksucht wirkt. Wer 800 mg CBD oral bekam, zeigte weniger „Aufmerksamkeitsverzerrung“ gegenüber Bildern von Zigaretten und Tabak, hat also weniger auf sie geachtet als die Placebo-Gruppe. Außerdem fand die CBD-Gruppe die Tabakbilder weniger angenehm.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD auf die Hirnbahnen einwirken könnte, die bei Sucht eine Rolle spielen.

Zurück zum Nikotinentzug: CBD könnte die harten Entzugssymptome lindern. Patient:innen berichten, dass CBD Angst dämpft, beim Schlafen hilft, Schmerzen lindert und Übelkeit reduziert, unter anderem.
Je mehr CBD erforscht wird, desto mehr erfährt man darüber, welche Körperfunktionen es mitreguliert. Und desto besser versteht man, wie CBD Menschen, die aufhören wollen, helfen könnte, wirklich Nichtraucher:innen zu werden.
Wenn du CBD beim Rauchstopp ausprobieren willst, greif am besten zu CBD aus Nutzhanf. CBD selbst macht nicht abhängig, hohe THC-Gehalte können es aber durchaus. Deshalb gilt: Achte auf CBD aus Hanf mit einem THC-Gehalt unter 0,3 %.
Was ist gesünder: CBD oder Tabak?
CBD gilt als gesünder als Tabak, weil es kein Nikotin enthält, und Nikotin macht stark abhängig. Rauchen ist eine anerkannte Sucht mit schweren gesundheitlichen Folgen, darunter Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs. Der Tabakentzug kann den Körper und die Psyche durchschütteln: Gereiztheit, Angst, Müdigkeit und mehr Appetit. CBD dagegen hat kein bekanntes Suchtpotenzial, und manche Menschen nutzen es bei ganz unterschiedlichen Beschwerden, etwa chronischen Schmerzen, Angst oder Schlafstörungen.
Welche Methoden gibt es, um mit dem Rauchen aufzuhören?
Es gibt mehrere Wege, die beim Rauchstopp helfen können. Einige davon:
- Nikotinersatztherapie (NET): Pflaster, Kaugummis, Inhalatoren und Lutschtabletten mit Nikotin, die die Entzugssymptome abmildern können.
- Verschreibungspflichtige Medikamente: zum Beispiel Bupropion und Vareniclin, die das Verlangen und die Entzugssymptome senken können.
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): hilft dabei, Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu ändern, die die Sucht am Laufen halten.
- Soziale Unterstützung: Selbsthilfegruppen, Online-Programme und Paartherapie, die dir ein Netz geben, das dich beim Aufhören trägt.
Wichtig zu wissen: Tabaksucht ist eine chronische Erkrankung, und oft braucht es mehrere Anläufe, bis es endgültig klappt. Am besten funktioniert meist eine Kombination aus Methoden und Strategien, die auf dich zugeschnitten ist und sowohl die körperliche als auch die emotionale Seite der Sucht angeht.
Abgesehen von den offensichtlichen Vorteilen für die Gesundheit kann der Rauchstopp auch deine Lebensqualität, deine Stimmung und deine Beziehungen verbessern. Körperlich merkst du es unter anderem an freierer Atmung, mehr Ausdauer beim Sport und einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Weiterlesen
DER CLUB
Werde Teil der Community
Grower mit Namen und Gesicht, rückverfolgbare Chargen, eine echte Community. Kein Gerede, keine leeren Versprechen.
Dem Club beitretenWEITERLESEN
GESUNDHEITWas ist CBG? Cannabigerol, die Mutter der Cannabinoide
Nicht berauschend, kaum erforscht und trotzdem spannend: was CBG von THC und CBD unterscheidet und wofür es medizinisch interessant sein könnte.
GESUNDHEITCannabis bei Essstörungen: Was die Forschung zu Anorexie und Bulimie sagt
Appetitanreger, Risiko oder beides? Was über Cannabis, das Endocannabinoid-System und Essstörungen bekannt ist und warum es keine Therapie ersetzt.