Mykorrhiza bei Cannabis: Wann und wie du sie richtig anwendest
ANBAU

Mykorrhiza bei Cannabis: Wann und wie du sie richtig anwendest

Der beste Zeitpunkt für Mykorrhiza ist ganz am Anfang: beim Substrat-Mischen oder Umtopfen, direkt an die jungen Wurzeln.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Mykorrhiza gibst du am besten beim Vorbereiten des Substrats oder beim Umtopfen: entweder vor dem Pflanzen in die Erde gemischt oder im Gießwasser aufgelöst. Sie sollte nah an die Wurzeln, solange sich das Wurzelsystem noch entwickelt, damit die Symbiose von Anfang an entsteht.

Mykorrhiza sind nützliche Pilze, die mit den Pflanzenwurzeln eine Symbiose eingehen und so die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser verbessern.

Damit du maximal von ihnen profitierst – besseres Wachstum, Schutz vor Krankheitserregern und eine bessere Nutzung der Ressourcen im Boden –, musst du sie richtig einsetzen. Und dabei ist vor allem entscheidend, wann du die Mykorrhiza gibst.

Junge Cannabispflanzen im Topf

Wie helfen Mykorrhiza den Wurzeln deiner Cannabispflanze?

Mykorrhiza gehören zu den kleinen Wundern der Natur, die jeder Gärtner kennen sollte, und ihre Beziehung zu den Wurzeln von Cannabis ist ein Paradebeispiel für Symbiose.

Diese Pilze verbinden sich mit den Wurzeln und bilden ein Netzwerk, über das die Pflanze wichtige Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen kann – was alles andere als selbstverständlich ist. Mykorrhiza spielen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie die Fähigkeit der Wurzeln verbessern, Nährstoffe und Wasser zu erschließen.

Ein Geben und Nehmen: Pilz und Cannabis im Tauschgeschäft

Das Besondere an der Beziehung zwischen Mykorrhiza und den Pflanzenwurzeln: Die Pilze schuften zwar unermüdlich für die Wurzeln, aber nicht aus reiner Nächstenliebe. Im Gegenzug bekommen sie Kohlenhydrate, die die Pflanze bei der Photosynthese herstellt. So entsteht ein Tauschgeschäft, von dem beide Seiten profitieren.

Je weiter sich die Mykorrhiza entwickeln, desto größer wird ihr Pilzgeflecht und desto mehr Wurzelfläche deckt es ab. Für deine Cannabispflanze heißt das: Sie kommt an mehr Nährstoffe und Wasser ran, weil das Pilznetz die Aufnahmefläche vergrößert. Je weiter es reicht, desto größer ist der Nährstoffvorrat, den die Pflanze anzapfen kann – und desto gesünder und kräftiger wächst sie.

Wie bringst du Mykorrhiza an die Wurzeln deines Cannabis?

Mykorrhiza sind ein starker Hebel für Wachstum und Gesundheit deiner Cannabispflanzen. Für die besten Ergebnisse musst du aber den richtigen Typ wählen. Es gibt zwei Hauptgruppen: Endomykorrhiza und Ektomykorrhiza.

Wichtig: Cannabis kann mit Ektomykorrhiza nichts anfangen. Wenn du die Wurzeln deiner Pflanzen richtig unterstützen willst, musst du also zu Endomykorrhiza greifen.

Welche Mykorrhiza ist die richtige für Cannabis?

Endomykorrhiza passen am besten zu Cannabis, weil sie direkt in die Wurzelzellen hineinwachsen und so die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser erleichtern. Anders als Ektomykorrhiza, die eine äußere Schicht um die Wurzeln bilden, gehen Endomykorrhiza eine viel engere Verbindung mit dem Wurzelsystem ein und holen so das Maximum aus der Symbiose raus.

Pulver oder flüssig: Welche Mykorrhiza-Produkte gibt es?

Mykorrhiza-Produkte gibt es in verschiedenen Formen, was die Anwendung einfach macht. Du findest sie im Gartencenter, im Growshop oder online, meist als Pulver oder Flüssigkeit. Beide Varianten sind easy in der Anwendung, haben aber je nach deinen Vorlieben und deinem Anbausystem eigene Vorteile.

  • Mykorrhiza-Pulver: Ideal, um es direkt in Erde oder Substrat zu geben. Du streust es nah an die Wurzeln oder mischst es vor dem Pflanzen unter das Substrat.
  • Flüssige Mykorrhiza: Perfekt zum Gießen. Du löst sie in Wasser auf und gießt deine Cannabispflanzen damit, so gelangen die Pilze effizient direkt an die Wurzeln.

Mykorrhiza anwenden: Schritt für Schritt

  1. Anbaufläche vorbereiten: Bevor du Mykorrhiza gibst, sorg dafür, dass dein Substrat gut belüftet ist und sich für die Wurzelentwicklung eignet. Wenn du in Erde growst, lockere den Boden um die Wurzeln auf, damit sich die Pilze besser verteilen.
  2. Direkt an die Wurzeln geben: Bei Pulver streust du eine kleine Menge rund um die Wurzeln oder mischst es vor dem Umtopfen ins Substrat. Bei flüssiger Mykorrhiza löst du einfach die empfohlene Menge in Wasser auf und gießt wie gewohnt.
  3. Feuchtigkeit halten: Mykorrhiza brauchen ein feuchtes Umfeld, um sich wohlzufühlen. Achte darauf, dass Erde oder Substrat gleichmäßig feucht bleiben, damit sich die Pilze gut entwickeln können.
Cannabispflanzen in der Wachstumsphase

Vorteile von Mykorrhiza für Indica- und Sativa-Pflanzen

Mykorrhiza verbessern Gesundheit und Wachstum der Wurzeln deutlich. Das bringt dir:

  • Bessere Aufnahme von Nährstoffen und Wasser: Weil sie die Aufnahmefläche der Wurzeln vergrößern, können die Pflanzen die Nährstoffe im Boden besser nutzen.
  • Mehr Widerstandskraft gegen Krankheiten: Mykorrhiza wirken wie eine Schutzbarriere gegen Krankheitserreger und Bodenkrankheiten und halten die Wurzeln gesund.
  • Effizienterer Düngereinsatz: Weil die Nährstoffaufnahme besser klappt, brauchst du unter Umständen weniger zusätzlichen Dünger – gut für einen nachhaltigeren Grow.