
Nährstoffmangel bei Cannabis erkennen: Stickstoff, Phosphor, Magnesium und Kalium
Gelbe, braune oder eingerollte Blätter: So liest du die Symptome der vier häufigsten Mängel, beugst ihnen vor und bringst deine Pflanzen wieder auf Kurs.
Die häufigsten Mängel beim Cannabis-Anbau betreffen Stickstoff, Phosphor, Magnesium und Kalium. Du erkennst sie an verfärbten, verbrannten oder eingerollten Blättern, und ob die Symptome zuerst an alten oder an jungen Blättern auftauchen, verrät dir, welcher Nährstoff fehlt. Fehler bei der Ernährung passieren beim Growen ständig: Jede Pflanze ist anders und hat andere Bedürfnisse, da kommt es schnell mal zu Überschüssen oder Mängeln.
Die meisten Probleme im Grow hängen mit drei Schlüsselfaktoren zusammen: Umgebung, Ernährung und Gießen. Jede Abweichung oder Unregelmäßigkeit bei diesen Faktoren kann die Gesundheit deiner Pflanzen stark beeinträchtigen. Je nach Problem zeigen sich Mängel auf ganz unterschiedliche Weise an den Blättern und an der Pflanze.
Typische Symptome sind:
- Gelbe Blätter: können auf praktisch jeden Mangel hindeuten oder auf leichte Verbrennungen
- Blätter, die sich nach oben einrollen: können auf Kaliummangel oder zu viel Wasser hindeuten
- Braune Blätter: können auf Mangel an Phosphor, Kalium, Magnesium, Schwefel oder Mangan hindeuten. Möglich sind auch Nährstoffbrand (eher flächig braun) oder Hitzestress (braune Ränder)
- Hängende Blätter: können auf zu viel Wasser hindeuten
- Blätter, die sich nach unten krümmen: können auf Kalium- oder Phosphormangel oder zu viel Wasser hindeuten
- Rote oder rosa Verfärbungen an den Blättern
- Verbrannte Blattspitzen
- Weiße, pudrige Flecken
- Welke Pflanzen

Wie erkennst du einen Überschuss oder Mangel?
Um Mängel und Überschüsse an den Blättern zu erkennen, musst du deine Pflanzen genau beobachten, denn sie zeigen dir, was auf Nährstoffebene los ist.
Dafür solltest du wissen, welche Nährstoffe deine Pflanzen brauchen und wie sie wirken. Die Nährstoffe werden nach der Menge eingeteilt, die die Pflanze jeweils davon braucht:
1) Hauptnährstoffe (Primärnährstoffe): Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Die wichtigsten, weil die Pflanze sie in den größten Mengen verbraucht.
2) Sekundärnährstoffe: Calcium (Ca), Magnesium (Mg), Schwefel (S). Die Pflanze braucht sie in mittleren Mengen; außerdem verbessern sie die Aufnahme der Hauptnährstoffe.
3) Mikronährstoffe oder Spurenelemente: Bor (B), Mangan (Mn), Zink (Zn), Eisen (Fe), Chlor (Cl), Kupfer (Cu), Silizium (Si) und ein paar weitere. Unverzichtbar für eine optimale Entwicklung und die bestmögliche Qualität.
Eine zweite Einteilung, die du kennen solltest, ist die Mobilität der Nährstoffe, denn manche wandern leicht durch die ganze Pflanze und andere nicht. Wenn du das weißt, kannst du schon daran, ob sich die Blätter oben oder unten verändern, besser erkennen, wo der Mangel oder Überschuss liegt.
1) Mobile Nährstoffe (Symptome zuerst an alten, unteren Blättern): Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Zink (Zn).
2) Immobile Nährstoffe (Symptome zuerst an jungen, oberen Trieben): Calcium (Ca), Bor (B), Chlor (Cl), Kupfer (Cu), Eisen (Fe), Mangan (Mn), Silizium (Si), Schwefel (S).
Warum werden die Blätter gelb? Stickstoffmangel
Das ist einer der häufigsten Mängel bei Grow-Neulingen. Er ist leicht zu erkennen und lässt sich beheben, sobald er sichtbar wird, auch wenn er am Anfang anderen Mängeln ähnelt.
Aber warum werden die Blätter gelb? Im frühen Stadium eines Stickstoffmangels wirken die Blätter zu hell, fast gelbgrün, statt im satten Grün gesunder Blätter.
Typisch für diesen Mangel sind etwas dunklere Blattadern im Vergleich zum sehr hellen Blattgewebe, der Kontrast ist aber nicht so stark wie bei anderen Mängeln.
Wie sieht ein Stickstoffüberschuss aus?
Umgekehrt führt zu viel Stickstoff zu sehr dunkelgrünen Blättern, die in extremen Fällen fast schwarz wirken.
Vorbeugung
- Halte den pH-Wert im optimalen Bereich (6,0 bis 6,5).
- Die Erdmischung sollte nährstoffreich sein.
- Regelmäßiges Düngen sorgt dafür, dass das Medium auch später nährstoffreich bleibt.
- Mykorrhiza-Pilze helfen, die Stickstoffversorgung zu verbessern.
Abhilfe
- Organische Dünger enthalten genug Stickstoff, um diesen Mangel auszugleichen.
- Passe den pH-Wert entsprechend an.
- Komposttee ist als Blattspray perfekt für eine schnelle Lösung.
- Erhöhe den Stickstoffgehalt deines Komposts mit Essensresten, frischem Schnittgut von der Pflanze und Rasenschnitt.

Phosphormangel
Phosphormangel kommt nicht besonders häufig vor. Trifft er die Pflanzen in der Wachstumsphase, wachsen sie langsamer, bilden kleine Blätter und schwache Wurzeln.
Im frühen Stadium wirken die Blätter bei Phosphormangel meist dunkel, aber matt, mit sehr dunklen Adern und etwas hellerem Blattgewebe.
Schreitet der Mangel fort, verändern sich die Blätter: Auf der Blattfläche tauchen violette Verfärbungen auf, und die Ränder werden braun und krümmen sich nach unten.
Auch die Blattstiele (der kleine Stiel, der das Blatt mit dem Haupttrieb verbindet) können sich durch den Mangel violett färben. Im Endstadium werden große Blattflecken violettbraun und sterben ab, während die übrigen Bereiche gelbgrün gesprenkelt sind.
Vorbeugung
- Achte darauf, dass die Erde reich an organischem Material ist.
- Gut durchlüftete Erde verbessert die Aufnahme.
- Mykorrhiza-Pilze in der Erde helfen, Phosphor besser aufzunehmen.
- Gib mehr Mist in deinen Kompost.
Lösung
- Stell den pH-Wert ans obere Ende des idealen Bereichs.
- Wurmhumus und Fischmehl in der Erde sind perfekt.
- Nimm einen phosphatreichen organischen Dünger.
- Gieß nicht zu viel: erst, wenn die oberen 3 cm Erde trocken sind, damit sie nicht verdichtet.
- Stell deine Pflanzen an einen wärmeren Ort oder leg eine Plane darüber, um die Wärme zu halten.
Magnesiummangel
Magnesiummangel sieht einem Kaliummangel oft sehr ähnlich. Im frühen Stadium werden die Blattränder gelb, während die Adern dunkel bleiben. Schreitet der Mangel fort, trocknen die Blattränder aus und rollen sich nach innen. Auch die oberen Blätter werden in Mitleidenschaft gezogen, bis am Ende selbst der Neuaustrieb blass und chlorotisch (ohne Chlorophyll) ist. An den unteren Blättern können außerdem braune Flecken auftauchen, bevor sie abfallen und absterben.
Vorbeugung
- Gib Dolomitkalk ins Substrat.
- Nimm einen Kompost mit viel Mist.
- Achte auf einen ausgeglichenen pH-Wert.
Abhilfe
- Spül das Substrat mit Wasser mit einem pH von 6,0 durch, wenn der pH-Wert aus dem Ruder ist.
- Auch Bittersalz (Epsom-Salz) liefert Magnesium. Gib 1 bis 2 Teelöffel Bittersalz auf etwa 4 Liter Wasser und gieß mit der Lösung, bis die Symptome verschwinden.
Kaliummangel in der Blüte
Kaliummangel entsteht meist, wenn zu viel Stickstoff oder zu viel Calcium im Medium ist.
Im frühen Stadium bilden sich auf den Blättern Flecken, die blassgelb werden, während die Adern grün bleiben. Blattspitzen und -ränder können austrocknen, braun werden und sich nach oben oder unten einrollen.
Schreitet der Mangel fort, tauchen überall auf den Blättern braune, abgestorbene (nekrotische) Punkte auf, und die Ränder sehen verbrannt und trocken aus. Neue Blätter können sich verdrehen und verformen, und du siehst hängende Blätter.
Vorbeugung:
- Sei vorsichtig mit Dünger.
- Reichere deinen Kompost mit Holzasche und Algenmehl an.
- Gieß nicht zu oft.
Abhilfe:
- Spül das Substrat gründlich durch.
- Miss den pH-Wert und passe ihn an, um eine mögliche Nährstoffblockade zu lösen.
- Hühnermist in der Erde kann helfen.
- Ein Blattspray aus organischen Algen kann ebenfalls helfen.
Bei Mängeln und Überschüssen ist das A und O, sie früh zu erkennen. Je früher du ein Problem in deinem Grow bemerkst, desto größer die Chance, es zu lösen und die Pflanzen rechtzeitig zu retten.
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