Makro- vs. Mikronährstoffe: Was jeder Nährstoff bei Cannabis macht
ANBAU

Makro- vs. Mikronährstoffe: Was jeder Nährstoff bei Cannabis macht

NPK für Wachstum und Blüte, Spurenelemente für alles dazwischen: welcher Nährstoff wofür zuständig ist.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Die Cannabispflanze braucht wie jede Pflanze verschiedene Nährstoffe, um in allen Phasen gut zu wachsen: Makronährstoffe in großen Mengen, Mikronährstoffe nur in Spuren. Die Makros sind Stickstoff, Phosphor und Kalium (NPK), die Mikros Eisen, Mangan, Bor, Zink, Kupfer und Molybdän. Für richtig dicke Buds brauchst du beide.

Was sind Makronährstoffe?

Makronährstoffe sind die Grundlage für die Gesundheit der Pflanze und werden in großen Mengen gebraucht. Ungefähr so, wie wir Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zum Überleben brauchen.

Welche Makronährstoffe gibt es? Drei sind unverzichtbar: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Wie viel die Pflanze davon braucht (also das NPK-Verhältnis), ändert sich je nach Phase.

Was bedeutet NPK? Die Angabe auf dem Dünger bezieht sich auf die wichtigsten Makronährstoffe der Pflanzenernährung: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Daher die Abkürzung NPK.

In der Wachstumsphase braucht die Pflanze zum Beispiel mehr N und weniger P und K. In der Blüte dagegen deutlich weniger N und dafür mehr P und K.

Um die Pflanze damit zu versorgen, kannst du auf natürliche organische Quellen setzen oder auf fertige Dünger aus dem Growshop (einige davon ebenfalls organisch).

Selbstgemachter Dünger für Cannabispflanzen

Stickstoff: der Motor des Wachstums

Stickstoff kommt auf der ganzen Erde reichlich vor. Er ist ein zentraler Baustein des Chlorophylls und wandert ständig durch die Pflanze. Er erledigt mehrere Aufgaben gleichzeitig: Er hält die Photosynthese am Laufen und steckt in den Aminosäuren, aus denen die Pflanze Proteine baut.

Cannabis nutzt Stickstoff vor allem, um Stängel, Äste und Blätter aufzubauen. Mit Blütedünger hört die Pflanze auf, neue Blätter und Äste zu bilden, und konzentriert sich mithilfe von vor allem Phosphor und Kalium auf das Blütenwachstum.

Stickstoff wird für die Chlorophyllbildung gebraucht. Ohne Stickstoff kann die Pflanze weder die Nahrung herstellen, die sie braucht, noch die Bausteine fürs Wachstum. Ohne genug Chlorophyll keine Photosynthese, und irgendwann welkt die Pflanze.

Vorsicht bei zu viel Wasser oder extremen Temperaturen, dadurch kann Stickstoff verloren gehen. Umgekehrt färbt zu viel Stickstoff die Pflanze dunkelgrün und kann die Blütenbildung verzögern: Statt Kelchen gibt es dann Blätter und noch mehr Blättchen.

Wenn du Flüssigdünger aus der Flasche nimmst, dosier beim Gießen vorsichtig. Übertreib es nicht, sonst drohen irreparable Verbrennungen an den Wurzeln.

Bei organischem Dünger achte darauf, woraus dein Kompost bestehen sollte, etwa Fermente, Sickersäfte oder andere natürliche Zutaten.

Phosphor: Wurzeln und Blüten

Ein weiterer lebenswichtiger Makronährstoff ist Phosphor. Phosphate sind Bausteine von DNA und RNA aller Lebewesen. Phosphor bindet sich stark und dauerhaft an den Boden und wird beim Gießen nicht so leicht ausgewaschen.

Unter den Nährstoffen für Cannabis ist er besonders wichtig für die Photosynthese und die Wurzelbildung. In der Blüte wird Phosphor zusammen mit Kalium hochgefahren, nachdem der Stickstoff zuvor reduziert wurde.

Phosphormangel kann die Aufnahme anderer wichtiger Nährstoffe stören und die Gesundheit der Pflanze deutlich schwächen, ebenso die Widerstandskraft gegen Krankheiten, die Qualität und den Ertrag.

Gerade beim Phosphor gilt: Vorsicht mit PK-Boostern aus der Flasche. Mehr Futter ist nicht immer besser, und statt dicker Buds hast du in dieser Phase schnell eine Überdüngung, die sich nicht mehr reparieren lässt.

Kalium: Blütenmasse und Wasserhaushalt

Kalium ist einer der wichtigsten Nährstoffe für Cannabis und an der Bildung von Proteinen und Aminosäuren beteiligt, die aus Stickstoff in Form von Ammonium entstehen. Das Zusammenspiel dieser beiden Nährstoffe ist deshalb für viele Stoffwechselprozesse entscheidend.

Kalium ist ein Alkalimetall, das deine Pflanze unbedingt braucht. Es spielt in der Blüte eine Schlüsselrolle, und ein Mangel kann am Ende den Unterschied beim Ertrag ausmachen. Kalium sorgt dafür, dass die Blüten an Masse zulegen, reguliert den Salzhaushalt der Pflanze und steuert das Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen in den Blättern, über die das CO2 aufgenommen wird.

Bei Kaliummangel zeigt die Pflanze sichtbare Symptome, etwa verfärbte Blätter. Die Blätter werden von den Spitzen zur Mitte hin gelb, bis hinunter zum Blattansatz. Außerdem wird der Stängel schwach und knickt leicht ein. 

Was sind Mikronährstoffe?

Pflanzen brauchen auch eine ziemlich lange Liste an Mikronährstoffen, um gesund, produktiv und krankheitsfrei zu bleiben. Sie werden nur in kleinen Mengen gebraucht, aber fehlen sie, gibt es ernste Probleme.

Man kann das mit unserem Bedarf an Vitaminen vergleichen: Wir brauchen nicht viel davon, aber ohne leidet die Gesundheit.

Welche Mikronährstoffe braucht eine Pflanze? Das sind Eisen, Mangan, Bor, Zink, Kupfer und Molybdän (Calcium, Magnesium und Schwefel zählen zu den Sekundärnährstoffen). Sie stecken in den meisten, wenn nicht allen Düngern, meist aber in kleineren Anteilen als die Hauptnährstoffe.

Wozu dienen Mikronährstoffe? Sie sind unverzichtbar für die Entwicklung und alle Funktionen der Pflanze. Deine Cannabispflanze braucht sie in kleinen Mengen, um das Gewicht der Blüten zu stemmen.

Mängel bei diesen Elementen sind eher selten, aber wenn sie auftreten, leiden Gesundheit, Wachstum und Ertrag.

Bor stärkt die Zellwände

Unter den Mikronährstoffen hilft Bor dabei, die Zellwände zu festigen. Es hat eine wichtige strukturelle Aufgabe: Rund 90 % davon vernetzen die großen Kohlenhydratmoleküle, aus denen die Zellwände bestehen.

Leiden deine Pflanzen unter Bormangel, kann ihre Struktur Schaden nehmen.

Kupfer und die Photosynthese

Kupfer gehört zu den Mikronährstoffen im Boden, die ebenfalls zur Photosynthese beitragen. Es ist in der Pflanze ziemlich unbeweglich und hilft, Kohlenhydrate und Proteine zu verstoffwechseln.

Eisen hält die Chloroplasten fit

Eisen hilft der Pflanze, Struktur und Funktion der Chloroplasten zu erhalten. Das sind die Zellorganellen, die Lichtenergie in Zucker umwandeln, den die Pflanzenzellen nutzen.

Eisen ist besonders wichtig, weil es Bestandteil vieler Enzyme und Pigmente ist.

Mangan: Stickstoff, Atmung, Photosynthese

Mangan ist an einigen der wichtigsten Systeme und Funktionen der Cannabispflanze beteiligt, darunter Stickstoffverwertung, Atmung und Photosynthese.

Auch bei der Fortpflanzung spielen Nährstoffe für Cannabis eine wichtige Rolle: Mangan hilft bei der Bildung der Pollenschläuche und bei der Keimung der Pollen.

Molybdän und die Nitratverwertung

Molybdän ist Teil des Enzyms Nitratreduktase, das Nitrat in Nitrit umwandelt. Das ist der erste Schritt, damit die Pflanze diesen Stickstoff nutzen und daraus Aminosäuren bilden kann.

Praktisch: Die Pflanze kann diesen mobilen Nährstoff leicht dorthin transportieren, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird.

Zink für Wachstumshormone

Zink beeinflusst viele Prozesse in der Pflanze, obwohl es nur in winzigen Mengen gebraucht wird. Der unbewegliche Nährstoff ist Teil verschiedener Enzyme und Proteine, hilft bei der Bildung von Wachstumshormonen und bei der Entwicklung der Internodien (der Abschnitte zwischen zwei Blattknoten).

Verkrumpeltes Cannabisblatt als Zeichen für Nährstoffprobleme

Makro- und Mikronährstoffe sind beim Cannabis-Anbau beide Pflicht. Ohne sie entwickelt sich die Pflanze nicht richtig. Wie viel du wovon brauchst, hängt aber natürlich auch vom Substrat ab.

Der beste Tipp beim Düngen: Starte mit der Hälfte der Dosis, die auf dem Etikett steht, und steiger langsam, solange du siehst, dass deine Pflanze nicht überfüttert ist.

In gute Nährstoffe zu investieren lohnt sich immer. Setz aber auf Marken, denen du vertraust und die bei anderen Growern gut ankommen. Und vor allem: Beobachte die Blätter und die ganze Pflanze genau, um zu merken, ob du richtig fütterst.

Zu viel Dünger ist gefährlich, weil er die Aufnahme von Elementen wie Calcium, Magnesium, Zink und Eisen blockieren kann (Nährstoffblockade). Passiert das, kannst du die Wurzeln mit mindestens der dreifachen Topfmenge an Wasser spülen und so den Überschuss rauswaschen.

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