Natürliches Bewurzelungsmittel selber machen: Kaffee, Zimt, Linsen und Weide
ANBAU

Natürliches Bewurzelungsmittel selber machen: Kaffee, Zimt, Linsen und Weide

Welches Hausmittel deine Stecklinge zum Wurzeln bringt, wie du es zubereitest und wo die Grenzen der Naturvariante liegen.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Die besten natürlichen Bewurzelungsmittel machst du selbst: Weidenwasser, gekeimte Linsen, Zimt, Kaffee sowie gekeimter Weizen oder Soja helfen deinen Stecklingen, Wurzeln zu schieben, ohne synthetische Chemie und für ein paar Cent. Bei der Vermehrung von Cannabis über Stecklinge ist die Bewurzelung der entscheidende Schritt, und ein natürliches Mittel ist eine gute Wahl, wenn du ökologisch und sicher arbeiten willst.

Natürliche Bewurzelungshelfer für deine weiblichen Pflanzen fördern nicht nur gesunde Wurzeln, sie machen dich auch unabhängig von synthetischen Produkten und halten deinen Grow sauber. Hier zeigen wir dir die wirksamsten Varianten, was sie bringen und wie sie das Klonen erleichtern.

Junge Cannabis-Stecklinge bei der Bewurzelung

Was ist ein natürliches Bewurzelungsmittel und wofür brauchst du es?

Bei Stecklingen ist die Bewurzelung das A und O, und es kommt oft vor, dass einige keine vernünftigen Wurzeln bilden. Bewurzelungsmittel sind genau dafür gemacht: Sie regen an der Basis des Stecklings Wurzelbildung und Wurzelwachstum an.

Trägst du das Mittel auf die Schnittstelle deines frischen Stecklings auf, steigen die Erfolgschancen, und die Wurzeln kommen schneller und gesünder.

Im Handel gibt es jede Menge fertige Bewurzelungsmittel, etwa im Growshop oder im Gartenfachhandel. Wenn du es günstiger und ökologischer magst, ist ein natürliches Mittel aber eine sehr gute Alternative.

Selbstgemachte Bewurzelungshelfer schonen die Umwelt und halten künstliche Produkte aus deinem Grow raus, dein Bio-Garten bleibt also wirklich bio.

Bewurzelungsmittel selber machen: Vor- und Nachteile

Bewurzelungsmittel spielen eine große Rolle im Anbau: Sie schützen vor Krankheitserregern von außen und verbessern die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser deutlich.

Das sorgt wiederum für optimales Wachstum und gesunde Entwicklung, und am Ende werden die Blüten größer und besser. Ein selbstgemachtes Mittel hat aber noch ein paar Vorteile mehr, vor allem bei Nachhaltigkeit und Kosten.

Vorteile von selbstgemachten Bewurzelungsmitteln

  1. Günstig: Du stellst es aus Sachen her, die sowieso im Haushalt rumliegen, das ist viel billiger als Industrieprodukte.
  2. Perfekt für den Bio-Garten: Diese Mittel passen ohne Abstriche zu ökologischem Anbau, du holst das Maximum aus deinen Stecklingen und bleibst trotzdem bio.
  3. Nachhaltig: Die Reste kannst du als Substrat weiterverwenden oder auf den Kompost oder in die Wurmkiste geben. Der Kreislauf schließt sich.

Nachteile von natürlichen Bewurzelungsmitteln für junge Cannabispflanzen

  1. Langsamere Wirkung: Hausmittel brauchen oft länger als Industrieprodukte, bis man etwas sieht, die Bewurzelung kann sich also verzögern.
  2. Kurz haltbar: Naturprodukte verderben schneller. Du musst sie im Kühlschrank lagern, damit sie nicht kippen und ihre Wirkung verlieren.

Ein selbstgemachtes Bewurzelungsmittel ist eine super Option, wenn du es natürlich und günstig magst. Behalte aber im Hinterkopf, dass es langsamer wirkt und nicht ewig hält.

Wie machst du ein natürliches Bewurzelungsmittel selbst?

Klar, es gibt jede Menge Bewurzelungsmittel zu kaufen. Du kannst dir aber auch ganz easy selbst eins aus natürlichen Zutaten mischen. Für alle, die ihre Stecklinge ökologisch und günstig zum Wurzeln bringen wollen, sind diese Hausmittel eine starke Alternative. Hier die wirksamsten und wie du sie zubereitest:

Bewurzelungsmittel aus Kaffee

Kaffee ist als Muntermacher bekannt, und zwar nicht nur für Menschen, sondern auch für Pflanzen. Seine Wirkstoffe können die Wurzelbildung bei Stecklingen anregen.

So geht's:

  1. 60 g Kaffeebohnen in einem halben Liter Wasser aufkochen.
  2. Durch ein Sieb abgießen, damit die Kaffeereste rauskommen, und die Flüssigkeit abkühlen lassen.
  3. Sobald sie kalt ist, die Basis des Stecklings damit besprühen, um die Bewurzelung anzuregen.
Cannabis-Sämlinge in kleinen Töpfen

Bewurzelungsmittel aus Zimt für Cannabis-Stecklinge

Zimt ist eine weitere natürliche Zutat, die gern zur Bewurzelung eingesetzt wird. Dazu wirkt er pilzhemmend und kann die Stecklinge so vor Krankheiten schützen.

So geht's:

  1. 25 g Zimt (etwa drei Esslöffel) in einen Liter Wasser rühren.
  2. Die Mischung eine Stunde ziehen lassen.
  3. Abfiltern und abkühlen lassen. Im Kühlschrank hält sie länger.
  4. Die Stiele der Stecklinge vor dem Einsetzen ein paar Minuten in die Flüssigkeit tauchen.

Bewurzelungsmittel aus Linsen

Linsen geben wie viele andere Samen beim Keimen jede Menge Pflanzenhormone ab, deshalb eignen sie sich prima als natürliches Bewurzelungsmittel.

So geht's:

  1. 100 g Linsen in einen Liter Wasser geben und 24 Stunden einweichen.
  2. Die Linsen abgießen und das Wasser in einem verschlossenen Behälter aufheben. Dunkel und bei Zimmertemperatur lagern.
  3. Die Linsen immer wieder 15 Minuten einweichen und abtropfen lassen, bis sie keimen und Wurzeln treiben.
  4. Die gekeimten Linsen pürieren und die Flüssigkeit abfiltern.
  5. Die Flüssigkeit in eine Sprühflasche füllen und die Basis des Stecklings damit besprühen.

Weidenwasser: Bewurzelungsmittel für Stecklinge aus Weidenzweigen

Weidenwasser gehört zu den wirksamsten natürlichen Methoden, um Stecklinge zum Wurzeln zu bringen. Die Wirkung wird meist der Salicylsäure zugeschrieben, einem natürlichen Stoff aus der Weidenrinde, der eng mit dem Wirkstoff von Aspirin (Acetylsalicylsäure) verwandt ist. So stellst du es her:

So geht's:

  1. Zweige schneiden: Schneide frische Weidenzweige in kleine Stücke. Nimm junge Zweige, die enthalten mehr Salicylsäure.
  2. Aufguss: Die Zweigstücke in ein Gefäß geben und mit einem Liter frisch gekochtem Wasser übergießen. 24 Stunden ziehen lassen, damit die Wirkstoffe ins Wasser übergehen.
  3. Abfiltern: Nach einem vollen Tag die Mischung abseihen, die Zweigreste entfernen, und dein flüssiges Bewurzelungsmittel ist fertig.

Variante mit kaltem Wasser:

Wenn du das Wasser nicht kochen willst, geht es auch kalt: Lass die Zweige dann eine Woche im Wasser ziehen. Das Ergebnis soll genauso gut sein, es dauert nur länger.

Fun Fact: Weil Weidenrinde und Aspirin so eng verwandte Wirkstoffe haben, setzen manche Grower auch eine in Wasser aufgelöste Aspirin-Tablette als Bewurzelungshilfe ein. Dann sollten die Stecklinge mindestens eine Stunde in der Lösung stehen.

Bewurzelungsmittel aus Weizen- oder Sojasamen

Neben Linsen sind auch Weizen und Soja gute Quellen für natürliche Hormone, die die Bewurzelung fördern. Diese Samen geben beim Keimen Stoffe ab, die das Wurzelwachstum ähnlich anregen wie Linsen.

So geht's:

  1. Samen keimen lassen: Weizen- oder Sojasamen 24 Stunden in Wasser einweichen. Dann das Wasser abgießen und die Samen an einen dunklen, kühlen Ort stellen.
  2. Wiederholen: Einweichen und Abgießen wiederholen, bis die Samen keimen und Wurzeln treiben.
  3. Zerkleinern: Die gekeimten Samen zu einer Paste zermahlen.
  4. Abfiltern: Die Paste ausdrücken und die Flüssigkeit auffangen, das ist dein selbstgemachtes Bewurzelungsmittel.

Fazit: Welches natürliche Bewurzelungsmittel ist das beste?

Mit jeder dieser Methoden bekommst du ein gutes, selbstgemachtes Bewurzelungsmittel für deinen Bio-Grow. Mit natürlichen Helfern wachsen die Wurzeln deiner Cannabispflanzen kräftiger, nehmen Nährstoffe besser auf, und die Pflanzen entwickeln sich gesund und robust.