
Outdoor-Cannabis schützen: Frost, Wind, Regen und Schädlinge
Abdeckfolie, Stäbe, Gewächshaus, Mischkultur und Drahtzaun: So bringst du deine Outdoor-Pflanzen heil durch Wetter, Schädlinge und Tierbesuch.
Eine Outdoor-Cannabispflanze schützt du vor vier Gefahren: Hitze und Frost, starkem Wind, Dauerregen sowie Schädlingen und hungrigen Tieren. Abdeckfolie, Stäbe, ein einfaches Gewächshaus, Begleitpflanzen und ein Drahtzaun erledigen das meiste. Draußen kann eben einiges schiefgehen, und weil deine Pflanzen ungeschützt dastehen, trifft sie schlechtes Wetter mit voller Wucht.
Klar kannst du die Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen checken, aber ein Unwetter kommt manchmal aus dem Nichts. Zu viel Regen, Hitze, Kälte oder Frost machen deine Pflanzen zum perfekten Ziel für Schädlinge und Krabbelviecher. Selbst wenn du jeden Tag nach ihnen schaust, lohnt sich ein bisschen Schutz. Hier liest du, wie du deine Cannabispflanzen outdoor gut durch die Saison bringst.

Worauf du bei der Pflege einer Outdoor-Cannabispflanze achten musst
Pflanzen vor Frost und Wetter zu schützen ist kein Hexenwerk. Mit etwas Arbeit baust du ein kleines Gewächshaus gegen schlechtes Wetter, setzt Begleitpflanzen gegen Schädlinge oder stellst einen Drahtkäfig gegen Tiere auf. Auch größere Tiere wie Maulwürfe, Katzen und Hunde gehen an deine Pflanzen, also spart dir der richtige Schutz eine Menge Sorgen.
Cannabis gerät schnell in Stress, wenn die Bedingungen zu lange schlecht sind. Dann kann die Pflanze langsamer wachsen, Stresssymptome zeigen oder sogar zur Zwitterpflanze werden – und all das geht auf Kosten der Ernte.
Stress entsteht, wenn es den Pflanzen zu kalt oder zu heiß wird oder wenn Insekten oder größere Tiere Teile davon fressen.
Die häufigsten Gefahren für Outdoor-Pflanzen (und was du dagegen tust):
In Argentinien, wo dieser Text herkommt, sind Klima und Umweltbedingungen von Region zu Region extrem unterschiedlich – in Deutschland ist es zwischen Küste und Alpen nicht anders. Die richtige Pflege für deinen Standort zu finden, kann also knifflig sein. Mit diesen Punkten im Kopf weißt du, wie du deine Pflanzen schützt, Frost inklusive. Das sind die wichtigsten:
Hitze oder Kälte:
Stehen deine Pflanzen in zu großer Hitze, rollen sich die Blätter ein, um das restliche Wasser zu halten. Dauert das zu lange, werden sie gelb, knusprig und sterben ab. Bei extremer Kälte können die Blätter erfrieren, und wenn die Temperaturen zu tief fallen, fährt die Pflanze ihren Stoffwechsel herunter: Sie wächst nur noch langsam oder gar nicht mehr.
Gegen Frost, vor allem nachts, hilft am besten, deine Pflanzen in jeder Nacht abzudecken, für die Frost angesagt ist. Wie bei einem kurzen Regenschauer reicht dafür jede Art von Plastikfolie. Die musst du aber morgens wieder abnehmen, damit die Sonne die Pflanzen trocknet und die Feuchtigkeit der Nacht ausgleicht.
Wind:
Cannabispflanzen brauchen etwas Wind, damit Stamm und Äste kräftig werden. Starker Wind kann aber Äste abbrechen oder die ganze Pflanze aus dem Boden reißen – auch Topfpflanzen auf dem Balkon sind nicht sicher.
So hältst du deine Outdoor-Pflanzen windfest:
- Einer der Klassiker unter Growern: die Pflanzen an Stäben oder Rankhilfen festbinden, die im Boden stecken.
- Wo es richtig windig ist, kannst du mit Schnüren und Pfählen einen einfachen Zaun bauen, der deinen Outdoor-Pflanzen mehr Halt gibt.
- Hilfreich ist auch, in der Nähe von Hecken oder Büschen zu pflanzen, die den Wind bremsen, oder Windschutzwände aus Kunststoff aufzustellen.
- Töpfe umstellen, sodass die Pflanzen geschützter an einer Wand stehen.
- Die Pflanzen niedrig halten, also beschneiden. So werden sie nicht zu hoch, und Grower berichten von 10 bis 20 % mehr Ertrag, weil die Pflanze in die Breite wächst. Fang damit aber frühestens in der zweiten Woche der Wachstumsphase an.
Ab dann und bis zur zweiten Blütewoche kannst du verschiedene Techniken einsetzen: vom Kappen der oberen rund 10 Zentimeter des Haupttriebs (Topping) bis zum Herunterbiegen der Triebe, damit die Pflanze buschiger wird. Das Wichtigste: Schneide kontrolliert über den ganzen Grow verteilt statt alles in ein paar Tagen, damit sich die Pflanze zwischen den Schnitten erholt und nicht zu viel Stress abbekommt.
Regen:
Regen treibt die Luftfeuchtigkeit hoch, und bei passendem Wetter holt sich die Pflanze Insekten oder Schimmel. Schädlinge wie die Weiße Fliege, Spinnmilben oder Trauermücken können eine Pflanze schnell faulen lassen oder ganz killen.
Am besten deckst du deine Pflanzen ab. Nimm eine Plane oder Plastikfolie, sobald ein starker Luftdruckabfall in der Vorhersage auf heftige Gewitter hindeutet. Welches Material und welche Konstruktion du wählst, hängt davon ab, ob der Schutz nur vorübergehend ist oder bis zur Ernte stehen bleibt.
Ist es nur für kurze Zeit, reicht jede Folie oder Plane, die du gerade da hast. Spann sie mehr als 30 Zentimeter über deinen Pflanzen, damit Luft zirkuliert und die Feuchtigkeit sich nicht festsetzt. Soll der Schutz dauerhaft bleiben, musst du ein Gewächshaus bauen.
Haben deine Topfpflanzen eine Ladung Regen abbekommen, stell sie etwas auseinander, damit Luft zwischen ihnen durchkommt und sie schnell abtrocknen.
Schädlinge:
Viele Insekten fressen an Cannabis. Manche wirst du leichter los als andere, aber alle schaden der Pflanze. Dazu kommt Schimmel – wer eine gute Ernte will, muss seine Pflanzen also unbedingt schützen.
Tiere:
Outdoor musst du auch an Tiere denken. Maulwürfe, Kaninchen und sogar Katzen und Hunde knabbern gern an Cannabispflanzen, also brauchst du die passenden Schutzmaßnahmen.
Je nach Problem gibt es einfache und wirksame Lösungen, vom Gewächshaus bis dahin, die Natur für dich arbeiten zu lassen. Mit der Zeit haben Grower Wege gefunden, draußen Blüten in Top-Qualität zu ziehen – plus ein paar Tricks gegen Kälte.
Tipps, um Outdoor-Cannabis zu schützen
- Ein Gewächshaus ist ziemlich leicht gebaut. Als überdachte Konstruktion ist es der ideale Frostschutz und hält Regen, Schnee, Wind und Unwetter von deinen Pflanzen fern.
- Eine weitere Möglichkeit für Outdoor-Pflanzen ist die Mischkultur: Du setzt andere Pflanzen in deinen Cannabis-Garten. Lavendel, Basilikum und Minze bilden Stoffe, die Insekten fernhalten können.
Der starke Duft mancher dieser Pflanzen schickt Insekten auf die Suche nach anderem Futter. Aber Vorsicht: Einige breiten sich rasend schnell aus und nehmen deinem Cannabis den Platz weg. Besser, du hältst sie in Töpfen.
Manche Insekten greifen deine Pflanzen an, andere beschützen sie. Nützlinge zusammen mit Begleitpflanzen einzusetzen ist ein guter, natürlicher Weg gegen Schädlinge.
- Gibt es bei dir Tiere in der Nähe, fragst du dich sicher, wie du deine Pflanzen vor Hunden, Katzen, Kaninchen und Co. schützt. Die Antwort: ein Drahtzaun. Damit hältst du größere Tiere davon ab, deine Outdoor-Pflanzen zu fressen. Viele von ihnen werden von Cannabispflanzen angezogen und können eine Pflanze wegen ihrer Größe ziemlich schnell erledigen.

- Kieselgur (Diatomeenerde) ist ein natürliches Sedimentgestein in Form eines feinen weißen Pulvers. Sie besteht fast komplett aus Diatomeen, den versteinerten Überresten winziger Kieselalgen. Unter die Erde gemischt hat sie mehrere Vorteile – die drei wichtigsten: Sie hält Wasser, unterstützt die Nährstoffaufnahme und hilft gegen Schädlinge.
Vor allem Outdoor-Grows profitieren von der feinen, scharfkantigen Struktur der Kieselgur – eine starke Alternative ohne Insektizide. Sie schmirgelt nach und nach den Panzer der Schädlinge ab, sodass die Insekten austrocknen und langsam sterben. Weil sie mechanisch statt chemisch wirkt, können Insekten keine Resistenz entwickeln, wie es bei chemischen Pestiziden manchmal passiert.
- Outdoor-Anbau hat viele Vorteile, aber ein paar Grundregeln musst du beachten, wenn du nicht ohne Ernte dastehen willst. Je nach Platz kannst du mehrere dieser Methoden kombinieren, damit deine Pflanzen die ganze Saison über sicher sind.
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