Perlite für Cannabis: Was die weißen Kügelchen in der Erde bringen
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Perlite für Cannabis: Was die weißen Kügelchen in der Erde bringen

Aufgeblähtes Vulkanglas für bessere Drainage und mehr Luft an den Wurzeln: Vorteile, Nachteile und wie viel Perlite in dein Substrat gehört.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Perlite ist aufgeblähtes Vulkanglas: weiße, poröse Kügelchen, die du unter die Erde mischst, damit sie besser drainiert, mehr Luft an die Wurzeln lässt und nicht verdichtet. Für Cannabis sind etwa 20 % Perlite im Substrat ein guter Richtwert. Genau die kennst du übrigens schon: die weißen Punkte, die dir beim Öffnen eines Sacks Blumenerde entgegenleuchten. Aber wie kommen die da rein, und was bringen sie?

Was ist Perlite?

Perlite beginnt ihr Dasein als Obsidian, also als vulkanisches Glas, das entsteht, wenn Lava sehr schnell abkühlt.

Kommt Obsidian mit Wasser in Berührung, wird er durch das eingelagerte Wasser zu Perlite. Rohe Perlite in Kristallform sieht allerdings ganz anders aus als das, was du im Laden kaufst. Die Hersteller zerkleinern das Material und erhitzen es auf etwa 980 °C, bis es weich wird. Dabei verdampft das eingeschlossene Wasser, und das Volumen bläht sich auf bis zum 20-Fachen auf. So bekommt die expandierte Perlite ihre weiße Farbe und poröse Struktur, ganz ähnlich wie beim Popcorn.

Aber Vorsicht: Zu viel Perlite im Cannabis-Substrat schadet der Pflanze, weil die Erde dann zu schnell abtrocknet und kaum noch Wasser hält. Als Faustregel gilt daher: rund 20 % Perlite im Substrat.

Was bringt Perlite deinem Substrat?

Jetzt, wo du weißt, was Perlite ist, zeigen wir dir, wofür du sie beim Cannabis-Anbau alles nutzen kannst. Perlite hat jede Menge Vorteile fürs Substrat, aber auch ein paar Nachteile.

Vorteile von Perlite für Cannabispflanzen

Bessere Drainage

Eine gute Drainage sorgt dafür, dass die Wurzeln nicht ersticken, und beugt gefährlichen Krankheitserregern vor. Stehendes Wasser ist nämlich ein Paradies für stinkende anaerobe Bakterien und für Pilzkrankheiten wie Welkekrankheiten, die sich bei Nässe richtig wohlfühlen. Mischst du Perlite unter die Erde, entsteht eine Struktur, die besser drainiert. Das senkt das Risiko für Staunässe und Wurzelfäule.

Mehr Luft an den Wurzeln

Die Wurzeln sind unter der Erde voll damit beschäftigt, Nährstoffe und Wasser aufzunehmen, und dafür müssen sie atmen. Damit der Gasaustausch zwischen Wurzelzone und Atmosphäre gut funktioniert, braucht es eine lockere Bodenstruktur, denn eine schlechte Struktur bremst diesen wichtigen Prozess aus. Genau hier spielt Perlite ihre Stärken aus.

Mit Perlite in der Erde entstehen jede Menge kleine Lufteinschlüsse. Die versorgen die Wurzeln reichlich mit Sauerstoff und unterstützen so die Atmung der Pflanze.

Neutraler pH-Wert

Perlite hat einen neutralen pH-Wert. Sie verändert also weder Säuregehalt noch Alkalität deines Substrats und hilft so, Probleme wie Nährstoffblockaden zu vermeiden.

Weniger Verdichtung

Erde verdichtet sich gern, vor allem wenn die Poren zwischen den Bodenteilchen kleiner werden. Die Folge: schlechte Drainage und zu wenig Luft.

Weil Perlite eine feste Struktur mit vielen winzigen Hohlräumen hat, ist sie ein starkes Mittel gegen Verdichtung und ein super Bodenverbesserer für schon verdichtete Erde.

Nachteile von Perlite für Cannabispflanzen

Die Vorteile der kleinen Vulkanglas-Kügelchen sind also klar. Aber welche Nachteile gibt es? So nützlich Perlite ist, sie kann für Grower und die Umwelt sogar zum Problem werden. Hier die wichtigsten Schattenseiten.

Reizender Staub

Beim Transport zerbröselt Perlite teilweise zu feinem Staub. Die winzigen, scharfkantigen Partikel können Augen und Hals reizen. Wenn du mit größeren Mengen arbeitest, trag deshalb eine Schutzbrille und eine Staubmaske für deine Lunge.

Belastung für die Umwelt

Wir hatten ja schon angedeutet, dass Perlite auch der Umwelt schadet. Aber wie? Perlite wird in großen Tagebauen abgebaut und dann meist rund um die Welt transportiert, bis sie im Laden landet. Viele Gärtner lieben das Material, aber Umweltbewusste sehen das kritisch, und wer nach Permakultur-Prinzipien Cannabis anbauen will, erst recht.

So verwendest du Perlite beim Cannabis-Anbau

Jetzt kennst du Vor- und Nachteile, bleibt die Frage nach der Anwendung. Perlite eignet sich prima als Bodenverbesserer. Du musst nur ausrechnen, wie viel Erde du brauchst, die Perlite dazugeben und alles gründlich durchmischen.

Wie viel Perlite gehört in die Erde?

Wie viel Perlite du nimmst, hängt von deinen Zielen ab. Als Orientierung:

  • 10 bis 20 % Perlite: Damit lockerst du das Substrat gut auf und verbesserst die Drainage. Außerdem musst du deinen Pflanzen nicht ständig Dünger nachgeben.
  • 30 bis 50 % Perlite: Diese Menge sorgt für maximale Drainage. Weil dabei aber mehr Nährstoffe aus der Erde ausgewaschen werden, musst du im Lauf des Pflanzenlebens mehr düngen. Keine Panik: Solange du gleichmäßig düngst, wachsen deine Pflanzen gut und schnell.