Synthetische Cannabinoide: Was sie sind und warum sie so riskant sind
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Synthetische Cannabinoide: Was sie sind und warum sie so riskant sind

Im Labor gebaut, um THC zu imitieren, aber oft viel stärker: Wie sich synthetische Cannabinoide von echtem Gras unterscheiden.

VON CosechaLibre Redaktion4 MIN LESEZEIT

Synthetische Cannabinoide werden im Labor chemisch hergestellt: Es sind künstliche Moleküle, die an dieselben Rezeptoren andocken wie das THC aus der Cannabispflanze und dessen Wirkung nachahmen, oft aber viel stärker und unberechenbarer. Entwickelt wurden sie, um das Endocannabinoid-System besser zu verstehen und Medikamente zu entwickeln, manche aber auch, um Drogengesetze zu umgehen.

Ihre Herstellung ist anspruchsvolle Chemie und braucht viel Fachwissen. Hier geht es deshalb nicht um Syntheseschritte, sondern darum, was dabei herauskommt: wie sich diese Stoffe von natürlichem Cannabis unterscheiden und welche Risiken Herstellung und Konsum mit sich bringen.

Erntetag im Cannabis-Grow

Natürliches Cannabis vs. synthetische Cannabinoide: der Unterschied in der Zusammensetzung

Wenn wir von Cannabisblüten sprechen, meinen wir eine natürliche Pflanze, die eine ganze Palette chemischer Verbindungen produziert, die Cannabinoide. Das bekannteste davon ist THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), das für die psychoaktive Wirkung beim Kiffen verantwortlich ist.

In Forschung und Freizeitkonsum ist aber etwas entstanden, das gemeinhin „synthetisches Cannabis“ genannt wird, in Deutschland oft als „Spice“ oder Kräutermischung bekannt. Wichtig: Der Begriff ist falsch und irreführend, denn synthetisches Cannabis im eigentlichen Sinn gibt es nicht.

Cannabis ist ein Naturprodukt

Die weibliche Cannabispflanze produziert von Natur aus eine Vielzahl von Cannabinoiden. Bis heute wurden mehr als hundert verschiedene identifiziert, jedes mit eigenen Eigenschaften und Wirkungen.

Am bekanntesten und am besten erforscht ist THC. Es wirkt auf die Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Körper, vor allem im Nervensystem und im Immunsystem.

Diese Rezeptoren bilden zusammen mit den körpereigenen Cannabinoiden das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS). Es spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung vieler Körperfunktionen, und genau hier entfalten die natürlichen Cannabinoide aus der Pflanze ihre Wirkung.

Was synthetische Cannabinoide chemisch von THC unterscheidet

Chemisch unterscheiden sich synthetische Cannabinoide stark von den natürlichen Cannabinoiden im Gras. Sie ahmen zwar die pharmakologische Wirkung von THC nach, die Stoffe, die als synthetisches Cannabis verkauft werden, haben aber eine andere chemische Struktur (es gibt Ausnahmen wie Dronabinol, ein synthetisch hergestelltes, mit THC identisches Molekül).

Treffender ist deshalb der Begriff „synthetische Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten“: Sie wirken zwar auf dieselben Rezeptoren im Körper, tun das aber oft deutlich stärker und häufig unberechenbar.

Zusammensetzung und psychoaktive Wirkung

Natürliches Cannabis enthält eine Reihe von Cannabinoiden, wobei THC für seine psychoaktive Wirkung am bekanntesten ist. Neben THC stecken in der Pflanze weitere Cannabinoide und Terpene, die zur Wirkung und zum typischen Aroma beitragen. Das Endocannabinoid-System reagiert auf komplexe Weise auf diese Stoffe, und daraus ergibt sich ein breites Spektrum an Effekten.

Synthetische Cannabinoide dagegen sind so gebaut, dass sie an dieselben Rezeptoren im Endocannabinoid-System andocken, ihre chemische Struktur ist aber künstlich und kann sich deutlich von der des natürlichen THC unterscheiden.

Frisch geerntete Cannabispflanzen

Auch wenn sich die psychoaktive Wirkung ähnlich anfühlen kann wie bei THC, sind diese Stoffe meist viel potenter und ihre Effekte deutlich schwerer vorherzusagen.

Risiken und Nebenwirkungen von synthetischen Cannabinoiden

Natürliches Cannabis hat eine geringe Toxizität und ein recht gut verstandenes Wirkprofil. Synthetische Cannabinoide bergen dagegen deutlich größere Risiken. Der Konsum von synthetischem Cannabis kann zu einer ganzen Reihe schwerer Nebenwirkungen führen, zum Beispiel:

  • Höhere Toxizität: Synthetische Cannabinoide können schwere und oft unvorhersehbare Nebenwirkungen auslösen, darunter Probleme mit Herz und Kreislauf, Nervensystem und Verdauung, die bei natürlichem Cannabis normalerweise nicht auftreten.
  • Nebenwirkungen: Berichtet werden unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck, Herzrasen, Angst und in manchen Fällen Krampfanfälle und Psychosen. Natürliches Cannabis hat im Vergleich ein deutlich milderes und besser beherrschbares Nebenwirkungsprofil.
  • Vergiftungsrisiko: Durch ihre hohe Potenz und schwankende Zusammensetzung kommt es bei synthetischen Cannabinoiden häufiger zu akuten Vergiftungen, die oft eine Notfallbehandlung erfordern. Bei natürlichem Cannabis ist das Risiko einer schweren Vergiftung in der Regel viel geringer.

Fazit: Finger weg von „synthetischem Gras“

Kurz gesagt: Synthetische Cannabinoide können zwar manche Effekte des THC aus natürlichem Cannabis nachahmen, durch ihre andere chemische Struktur und ihre Potenz sind sie aber viel riskanter.

Natürliches Cannabis mit seinem ausgewogeneren Wirkprofil und seiner geringeren Toxizität ist im Vergleich zu synthetischen Produkten die sicherere Wahl, denn die können schwere und gefährliche Nebenwirkungen auslösen. Wer die Unterschiede kennt, kann bewusster und sicherer entscheiden.