
Mehr THC durch UV-Licht? Was UVA und UVB bei Cannabis bringen
UV-Licht kann Cannabis zu mehr Harz anregen, weil die Pflanze Trichome auch als Sonnenschutz bildet. Was UVA und UVB unterscheidet und in welcher Phase du UV einsetzt.
UV-Licht kann Cannabispflanzen dazu bringen, mehr Trichome, mehr Terpene und möglicherweise mehr THC zu bilden, weil die Pflanze ihr Harz unter anderem als natürlichen Sonnenschutz produziert. UVA gilt als der sicherere Bereich für den Indoor-Grow, weil nur UVB die DNA der Pflanze schädigt. Lange galt, dass Terpen- und THC-Produktion vor allem eine Frage von Genetik und Züchtung ist, doch mit der Legalisierung sind Werkzeuge in die Growräume gekommen, an die vorher nicht zu denken war.
Züchtungstechniken galten früher als der wichtigste Weg zu mehr THC und Terpenen, heute sind sie nur einer von mehreren Hebeln für mehr Potenz. Einer der bekanntesten: der gezielte Einsatz von ultravioletter Strahlung, also UV-Licht.

Was ist UV-Licht?
Ultraviolette Strahlung (UV), auch UV-Licht genannt, ist eine nicht-ionisierende Strahlung, die von der Sonne und von künstlichen Quellen kommt. Sie hat für Menschen Vorteile, etwa für die Bildung von Vitamin D, bringt aber auch Gesundheitsrisiken mit sich.
Es handelt sich um Licht mit einer Wellenlänge jenseits des violetten Endes des Spektrums, also außerhalb dessen, was das menschliche Auge sieht. Viele Lebewesen auf der Erde sind auf UV-Licht angewiesen, vor allem für die Vitamin-D-Produktion. Pflanzen, um die es hier geht, betreiben Photosynthese vor allem mit sichtbarem Licht: UV wirkt für sie eher wie ein Signal, das Schutzreaktionen anschaltet.
Nicht jedes UV-Licht ist aber gut. Tatsächlich kommt nicht einmal das ganze UV-Licht der Sonne durch die Erdatmosphäre. UV-Licht wird nach Wellenlänge in drei Bereiche eingeteilt: UVA (315 bis 400 nm), UVB (280 bis 315 nm) und UVC (100 bis 280 nm).
Was bringt UV-Licht bei Cannabispflanzen?
Heute gelten Umwelt, Ernährung und genetische Veränderung als die Stellschrauben für Terpen- und THC-Ertrag. Auch Umweltfaktoren wie Temperaturschwankungen können die Produktion von THC und Terpenen verändern, aber ein Faktor wird im modernen Anbau oft übersehen: wie viel UV-Licht die Pflanzen abbekommen.
Bekommen Pflanzen UV-Licht ab, bilden sie eigene natürliche Sonnenschutzstoffe. Ganz ähnlich wie Menschen in der Sonne Melanin bilden und braun werden. Diese Reaktion auf bestimmte Wellenlängen nennt man Photomorphogenese. Als evolutionärer Schutzmechanismus entstehen dabei verschiedene natürliche Verbindungen. Beim Cannabis gehören dazu nach heutigem Stand THC, CBD und Terpene.
Cannabis hat ein eigenes System, um schädliche UVB-Strahlen abzublocken: mehr Trichome und Cannabinoide (CBD, THC und viele andere) und dazu mehr Terpene. Diese natürlichen Sonnenschutzmittel werden sowohl durch UVA als auch durch UVB ausgelöst, die DNA der Pflanze schädigt aber nur UVB. UVA-Strahlen sind die sicherere Wahl: Sie richten weniger Schaden an der Pflanze an und lösen die photomorphogenetische Reaktion trotzdem aus.
Wie bekommst du UV-Licht in den Indoor-Grow?
UV-Licht für Indoor-Cannabis (vor allem UVA) kann Terpene, Antioxidantien, Flavonoide, THC, CBD und Vitamine steigern, ohne den Pflanzen ernsthaft zu schaden, und es ist für die Leute im Growraum weniger riskant als UVB. Damit ist es der sinnvollste Teil des Spektrums, den du im Indoor-Anbau ergänzen kannst.
Die meisten künstlichen Lichtquellen im Cannabisanbau (NDL- und LED-Lampen) geben praktisch kein UV ab, deshalb entgeht Indoor-Growern die zusätzliche Bildung von Trichomen, Cannabinoiden und Flavonoiden, die UV-Licht liefern kann. Selbst im Gewächshaus fehlt dieser Potenz-Boost, weil die Kunststofffolien das natürliche UV der Sonne blocken, damit das Material selbst nicht spröde wird.

Was ist die Lösung?
Du kannst deine vorhandenen Lampen mit UV-Lampen ergänzen. Das richtige Verhältnis von UV zu sichtbarem Licht zu treffen ist aber knifflig, und einzelne UV-Röhren verteilen das UV ungleichmäßig über die Pflanzen. Ideal ist deshalb eine Growlampe, die den passenden UVA-Anteil schon in jeder Leuchte eingebaut hat.
Und weil Cannabis mit wachsender gesellschaftlicher Akzeptanz immer mehr Richtung Legalisierung geht, darfst du mit noch mehr Techniken und Technik rechnen, die THC- und CBD-Erträge höher treiben als je zuvor.
Kann man Cannabis mit Schwarzlicht anbauen?
Für keinen Cannabis-Grow eine gute Idee: Schwarzlicht ist nicht stark genug und hat nicht die richtige Wellenlänge für den Job. Selbst wenn es extrem stark wäre, hätte es wahrscheinlich nur einen minimalen Effekt.
Wann solltest du UV-Licht geben?
In der Keimlingsphase schaltest du dein UV-Licht am besten komplett aus. Draußen in der Natur kann viel Licht willkommen sein, Indoor-Lampen sind aber sehr intensiv und Keimlinge empfindlich. Wichtiger ist ein guter, gesunder Start.
In der Wachstumsphase kannst du diesen Teil des Spektrums voll ausnutzen. Draußen siehst du, dass die Pflanzen den ganzen Sommer über im Wachstum sind, wenn die Sonne am stärksten ist. Gibst du ihnen eine ordentliche Portion UV, signalisierst du ihnen, dass sie sich nicht strecken müssen, um mit Nachbarn zu konkurrieren, und ihre Energie in buschigen, dichten Wuchs stecken können. Sobald du damit anfängst, bilden sie mehr Blätter, schaffen mehr Photosynthese und haben mehr Energie.
Die Blüte fällt meistens in eine eher wechselhafte Jahreszeit: den Herbst. Die Sonne spielt dann kaum noch die Hauptrolle. Deshalb ist unser Rat, UVB in dieser Phase herunterzufahren oder abzuschalten. Die Pflanzen konzentrieren sich dann voll auf die Blütenbildung.
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