Was bedeutet feminisiert? So entstehen feminisierte Cannabissamen
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Was bedeutet feminisiert? So entstehen feminisierte Cannabissamen

Weibliche Pflanzen bringen die Buds, männliche nur Pollen: was feminisierte Samen ausmacht, wie Züchter sie herstellen und worauf du beim Anbau achten musst.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

„Feminisiert“ heißt: Aus dem Samen wächst so gut wie sicher eine weibliche Pflanze, also eine, die Buds bildet, statt Pollen zu streuen. Das ist einer der ersten Begriffe, die du kennen solltest, bevor du Samen und Sorte für deinen Grow aussuchst, nämlich der Unterschied zwischen „feminisierten“ und „regulären“ Samen.

Erst mal die Basics. Cannabis kommt in zwei Geschlechtern vor: Eine Pflanze ist entweder weiblich oder männlich. Einem Samen siehst du nicht an, welches Geschlecht die Pflanze nach dem Keimen haben wird. Bei einem „regulären“ Samen stehen die Chancen ungefähr 50:50, ob daraus ein Männchen oder ein Weibchen wird.

Die weiblichen Pflanzen bilden die Buds, die wir so gern konsumieren. Männchen bilden Blüten ohne nennenswerten THC-Gehalt und dazu Pollen (der genauso wenig wirkt wie ihre Blüten). Gelangt Pollen eines Männchens auf eine blühende weibliche Pflanze, steckt sie ihre Energie in Samen statt in Blüten. Die Bestäubung ändert nichts am Geschlecht der Pflanze, aber deine Ernte ist danach voller Samen. Deshalb solltest du Pflanzen nicht zusammenstellen, bevor du ihr Geschlecht kennst.

Was sind feminisierte Samen?

Erfahrene Züchter haben mehrere Wege gefunden, um sicherzustellen, dass Samen weiblich werden. Für feminisierte Samen setzt der Züchter eine weibliche Pflanze so lange unter Stress, bis sie zum Zwitter wird. Die „männlichen“ Blüten dieses Zwitters bilden Pollen, und wenn der auf die „weiblichen“ Blüten trifft, entstehen Samen, aus denen weibliche Pflanzen wachsen. Eine andere Möglichkeit, sicher eine weibliche Pflanze zu bekommen: einen Steckling von einer weiblichen Mutterpflanze schneiden und großziehen.

Wie baust du feminisierte Samen an?

Feminisierte Samen gelten als einfacher im Anbau als reguläre. Das verleitet viele dazu, nachlässig zu werden. Aber wie jeder Grow hat auch dieser seine Tücken.

Feminisierte Sorten: indoor oder outdoor?

Wenn du feminisierte Samen anbaust, musst du indoor die Licht- und Dunkelstunden selbst umstellen. Das machen Grower, sobald die Pflanzen eine passende Höhe erreicht haben (ideal ist die Hälfte der gewünschten Endhöhe).

Outdoor solltest du feminisierte Samen bei gutem Klima und zur richtigen Jahreszeit pflanzen, denn die Tageslänge ändert sich mit den Jahreszeiten, und die weibliche Pflanze braucht in ihrer Entwicklung einen bestimmten Rhythmus. Ideal ist es deshalb, im Frühling zu pflanzen und im Herbst zu ernten.

Welche Vorteile haben feminisierte Samen?

Weibliche Pflanzen anzubauen bringt viele Vorteile, deshalb gehören feminisierte Samen zu den meistverkauften, gefragtesten und beliebtesten bei Growern. Hier die wichtigsten Pluspunkte:

  • Der Hauptgrund für ihre Beliebtheit ist der einfache Anbau: Du musst keine Männchen aussortieren, damit im Grow nur Weibchen stehen.
  • Das Angebot an feminisierten Samen ist heute viel größer und vielfältiger als das an regulären.
  • Sie wachsen stabil und gleichmäßig, sodass du den Platz voll ausnutzen kannst, egal ob in der Growbox, im Growraum, im Gewächshaus oder draußen.
  • Es gibt sie in vielen Varianten, was Genetik, Wirkstoffprofil und Wuchsform angeht, allen voran als Autoflowers und als CBD-Sorten.

Welches sind die wichtigsten Familien feminisierter Sorten?

Heute gibt es unzählige feminisierte Cannabissamen, die durch Kreuzung verschiedener Sorten genetisch stabilisiert wurden. Ihre Vorfahren sind entweder ursprüngliche Landsorten (Landraces) oder selbst schon Kreuzungen, die zu bekannten Familien der Cannabisszene gehören. Zu den bekanntesten zählen Haze, Afghan, Kush, Skunk, Cookies, Cheese, Gelato und Purple, um nur ein paar zu nennen.

Wie lange braucht eine feminisierte Pflanze?

Ob indoor oder outdoor: Wie lange es dauert, hängt von der Sorte ab. Manche, etwa Indicas, wachsen schnell und blühen nur 6 bis 7 Wochen. Andere wie die Haze-Sorten brauchen doppelt so lange für die Blüte.

Wenn du möglichst schnell ernten willst, nimm schnell blühende Sorten oder feminisierte Autoflowers. Manche davon sind schon 60 Tage nach der Keimung erntereif.

Wie werden feminisierte Samen hergestellt?

Reguläre Samen waren schon immer der Klassiker im Cannabis-Anbau. Puristen sagen, Pflanzen aus regulären Samen seien kräftiger. Wer eigene Sorten züchtet, trennt die Männchen ab, sobald sie ihr Geschlecht zeigen, und sammelt ihren Pollen. Dann wird der Pollen auf Stecklinge der weiblichen Pflanzen gebracht, um zu sehen, was dabei herauskommt.

Und wie ist das bei feminisierten Samen? Wie macht man feminisierte Autoflower-Samen?

Wenn du den Unterschied zwischen feminisierten und regulären Samen nicht kennst, brauchst du höchstwahrscheinlich feminisierte. Die meisten feminisierten Samen werden zu weiblichen Pflanzen, und damit hast du beim Anbau weniger Stress.

Um eine Pflanze zu feminisieren, kehrt man das Geschlecht einer weiblichen Pflanze um. Sie wird also gezwungen, männliche Blüten zu bilden, die Pollen abgeben, mit dem dann weibliche Pflanzen bestäubt werden. Wichtig: Das ändert nichts an der Genetik. Kreuzt man zwei solcher Pflanzen, kommen deshalb immer Weibchen heraus, weil nur weibliche Chromosomen im Spiel sind.

Die gängigsten Methoden sind kontrollierter Stress, auch Rodelisieren genannt, oder das Besprühen mit einer Lösung aus destilliertem Wasser, Natriumthiosulfat und Silbernitrat (Silberthiosulfat). Beim Rodelisieren wird die Ernte um etwa 2 bis 3 Wochen hinausgezögert, bei der zweiten Methode werden die Pflanzen besprüht, und deren Blüten darf man danach weder konsumieren noch für Harzextrakte verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist Gibberellinsäure (GA3), die vor der Blüte auf die Pflanzen gesprüht wird.