Wie viel Gramm Cannabis sind in Deutschland legal? Das CanG zum Start
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Wie viel Gramm Cannabis sind in Deutschland legal? Das CanG zum Start

25 Gramm unterwegs, 50 zu Hause, drei Pflanzen: Was das Cannabisgesetz beim Start im April 2024 erlaubt hat und wo es hakt.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Stand: April 2024. Nach dem Cannabisgesetz (CanG), das am 1. April 2024 in Kraft trat, durften Erwachsene ab 18 Jahren in Deutschland bis zu 25 Gramm Cannabis unterwegs dabeihaben, bis zu 50 Gramm zu Hause aufbewahren und bis zu drei Pflanzen selbst anbauen – so die Regeln beim Start der Cannabis-Legalisierung in Deutschland. Das Gesetz wird politisch weiter diskutiert und kann sich ändern: Check also immer die aktuell gültige Fassung, bevor du dich auf diese Zahlen verlässt. Damit wurde Deutschland das erste große Land in Europa, das den Freizeitkonsum in kleinen Mengen legalisiert hat.

Die Reform ist Teil eines größeren Plans: Schwarzmarkt eindämmen, Qualität und Verbreitung von Cannabis kontrollieren. Die Bundesregierung betonte damals auch, dass die Legalisierung von Präventionskampagnen und Aufklärung begleitet werden muss, damit verantwortungsvoll konsumiert wird.

Joint mit Filter aus Hanf

Die Entscheidung ist nicht nur ein Schritt in der Drogenpolitik, sie hat auch eine wirtschaftliche Seite: Erwartet wurden neue Jobs und zusätzliche Steuereinnahmen.

Cannabis-Legalisierung in Deutschland: was sich im April 2024 geändert hat

Mit dem neuen Gesetz, das am 1. April 2024 in Kraft trat, hat Deutschland einen großen Schritt in Richtung Legalisierung von Cannabis gemacht. Die Änderung betrifft mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland, die regelmäßig kiffen, und schafft einen rechtlichen Rahmen für Konsum, Besitz und Anbau. Hier die wichtigsten Punkte, Stand April 2024.

Kiffen in der Öffentlichkeit: wo es erlaubt ist

Seit Inkrafttreten des Gesetzes (Stand April 2024) dürfen Erwachsene Cannabis in der Öffentlichkeit konsumieren, solange sie mehr als 100 Meter Abstand zu Orten halten, an denen sich viele Minderjährige aufhalten. Das soll Jugendliche schützen und Erwachsenen gleichzeitig einen kontrollierten, sicheren Konsum ermöglichen.

Viele Befürworter:innen feierten den Start schon in den ersten Stunden des 1. April und rauchten ihre ersten legalen Joints – als Zeichen der Unterstützung für eine Reform, auf die sie lange gewartet hatten.

Wie viel Gramm sind erlaubt und wie viele Pflanzen zu Hause?

Laut Gesetz (Stand April 2024) dürfen Erwachsene bis zu 25 Gramm Cannabis außerhalb der Wohnung mitführen und bis zu 50 Gramm zu Hause besitzen. Außerdem darf jede Person bis zu drei Cannabispflanzen in der eigenen Wohnung anbauen. Das soll die Abhängigkeit vom Schwarzmarkt verringern und eine Qualitätskontrolle beim konsumierten Gras sicherstellen.

Cannabis Social Clubs: ein Modell nach dem Vorbild Uruguays

Seit Juli 2024 können in Deutschland Anbauvereinigungen, also Cannabis Social Clubs, an den Start gehen. Das Modell orientiert sich am erfolgreichen Experiment in Uruguay, das Cannabis schon mehr als ein Jahrzehnt zuvor legalisiert hatte. Die Clubs dürfen bis zu 500 Mitglieder haben, die ihre Ernte kontrolliert untereinander verteilen. Das soll eine verantwortungsvolle Konsumkultur fördern und den illegalen Handel ausbremsen.

Widerstand aus den konservativen Ländern

Trotz Feierstimmung ist längst nicht die ganze Gesellschaft mit der Legalisierung einverstanden. Konservative Landesregierungen im Süden zeigten sich unzufrieden und kündigten an, die Einschränkungen des Gesetzes besonders streng durchzusetzen. CDU-Chef Friedrich Merz warnte damals, die Legalisierung werde zu „Chaos“ führen – ein Zeichen dafür, wie groß die Sorge mancher Kreise vor den gesellschaftlichen Folgen war.

Einschränkungen und Polizeikontrollen

Trotz der Öffnung setzt das Gesetz strenge Regeln. Junge Erwachsene zwischen 18 und 21 Jahren bekommen nur Cannabis mit begrenztem THC-Gehalt, und die Polizei soll den Konsum überwachen. Spezielle Tests für Autofahrer:innen gab es zum Start noch nicht – eine echte Herausforderung für die Kontrolle im Straßenverkehr.

Wie geht es weiter? Der Ausblick von 2024

Die Cannabis-Legalisierung in Deutschland steht noch vor vielen Baustellen, vom Aufbau der Anbauvereinigungen bis zu klaren Konsumregeln. Trotzdem ist sie ein wichtiger erster Schritt, der Deutschland zum Vorreiter bei der Regulierung von Freizeit-Cannabis in Europa macht und ein Signal für künftige Drogenpolitik auf dem Kontinent setzt.

Kampf gegen den illegalen Cannabishandel in Deutschland

Mit dem neuen Gesetz will die Regierung den Konsum regulieren und gleichzeitig illegalen Handel und organisierte Kriminalität bekämpfen. Trotz aller Fortschritte bleibt es schwierig, den Schwarzmarkt komplett auszutrocknen – das zeigen auch die Erfahrungen anderer Länder.

Wiederaufnahme von Verfahren und Amnestie

Mit dem Inkrafttreten sollten Gerichte mehr als 200.000 Fälle neu aufrollen, weil eine Amnestie für alle vorgesehen war, die vor der Legalisierung wegen Besitz und Konsum von Cannabis verfolgt worden waren. Das soll die Justiz entlasten und dafür sorgen, dass niemand mehr für etwas belangt wird, das inzwischen legal ist.

Cannabisblüten in Nahaufnahme

Was bringt die Legalisierung gegen organisierte Kriminalität?

Eines der zentralen Ziele der Bundesregierung ist es, kriminellen Organisationen die Kontrolle über den Cannabishandel zu entziehen und den Markt in legale, kontrollierte Bahnen zu lenken. Die Erfahrung anderer Länder zeigt allerdings, dass das kein Selbstläufer ist. Michel Gandilhon vom wissenschaftlichen Beirat des französischen Observatoriums für internationale Kriminalität hält es für unwahrscheinlich, dass der Schwarzmarkt komplett verschwindet.

In Colorado, einem der US-Bundesstaaten mit den liberalsten Regeln, sind laut dieser Einschätzung noch immer rund 30 % des Marktes in der Hand krimineller Organisationen. Zwar haben die mexikanischen Kartelle durch die legale Konkurrenz beim Cannabis an Geschäft verloren, viele kriminelle Gruppen sind aber auf den Handel mit Opioiden und Heroin umgestiegen – was die Gesundheitskrise rund um diese Substanzen weiter verschärft hat.

Cannabis-Legalisierung in Europa: wo Deutschland steht

Deutschland ist mit der Legalisierung von Freizeit-Cannabis in Europa nicht allein. Malta (2021) und Luxemburg (2023) haben schon strenge Regelwerke für Besitz und Konsum eingeführt. Dort ist der Besitz begrenzter Mengen zu Hause erlaubt, mit Auflagen gegen Missbrauch und illegalen Handel.

Andere Länder wie die Niederlande, Spanien und Portugal haben den Cannabiskonsum entkriminalisiert: Er ist nicht vollständig legal, aber Konsument:innen droht wegen Besitz kein Strafverfahren. In Spanien gibt es zum Beispiel Cannabis Social Clubs, über die Mitglieder kontrolliert an Gras kommen, und in den Niederlanden kann man in Coffeeshops kleine Mengen kaufen, obwohl Anbau und Belieferung weiterhin illegal sind.

Die Herausforderungen für die Zukunft

Trotz Legalisierung könnte der Schwarzmarkt in Deutschland bestehen bleiben. Die Reform soll den Markt in legale, regulierte Strukturen überführen und den Konsum sicherer machen, der illegale Handel dürfte aber ein Thema bleiben. Die Erfahrungen anderer Länder zeigen: Ob so eine Politik funktioniert, hängt nicht nur von guten Regeln ab, sondern auch davon, ob der Staat den Markt im Griff hat und sichere Alternativen anbietet. Und weil das CanG weiter politisch umkämpft ist: Prüf vor allem bei Mengen und Regeln immer die aktuelle Fassung.