Blüten pressen: So entstehen Rosin, Hasch und andere Konzentrate
KONSUM

Blüten pressen: So entstehen Rosin, Hasch und andere Konzentrate

Hitze und Druck statt Lösungsmittel: Wie aus getrockneten Blüten Konzentrate werden, wie stark sie sind und warum Butan-Extraktion in der Küche lebensgefährlich ist.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Beim Pressen von Blüten bringst du Hitze und Druck auf getrocknete Buds, damit Öle, Terpene und Cannabinoide austreten, ganz ohne Lösungsmittel. Heraus kommt ein starkes Konzentrat wie Haschisch oder Rosin, das du zu Hause oder mit professionellen Geräten herstellen kannst.

Das Pressen von Cannabisblüten ist eine traditionelle Technik, um Harz zu gewinnen und Konzentrate herzustellen, etwa Haschisch oder Rosin. Dabei werden getrocknete Blüten erhitzt und gepresst, bis ätherische Öle, Terpene und Cannabinoide austreten, und am Ende steht ein potentes, aromatisches Konzentrat.

Die Technik hat sich weiterentwickelt, und heute gibt es ausgefeiltere Methoden, mit denen sich ohne Lösungsmittel hochwertige Produkte herstellen lassen. Hier erfährst du, welche Schritte und welches Werkzeug du für gutes Pressen brauchst und wie du die besten Ergebnisse rausholst.

Wie werden Cannabis-Konzentrate hergestellt?

Konzentrate lassen sich sowohl kommerziell mit High-End-Geräten als auch zu Hause mit einfacheren, aber ebenso wirksamen Methoden herstellen. Es gibt mehrere Ansätze, jeder mit eigenen Techniken und Werkzeugen. Zu den gängigsten gehören:

  • Trockene Verarbeitung
  • Verarbeitung mit Trockeneis
  • Verarbeitung mit Wasser (Eiswasser)
  • Kombination aus Druck und Hitze

In der Industrie sehr verbreitet ist die Extraktion mit brennbaren Lösungsmitteln, weil sie Konzentrate mit sehr hohem THC-Gehalt liefert. Diese Produkte wirken meist länger und sind deshalb bei Konsumenten beliebt.

Butan ist eines der häufigsten Lösungsmittel. Damit entsteht BHO (Butane Hash Oil, also Butan-Haschöl), ein extrem potentes Konzentrat, das sich günstig und effizient herstellen lässt.

Wie sieht das Endprodukt aus?

Je nach Methode kommen Cannabis-Konzentrate in verschiedenen Formen daher:

  • Flüssiges, klebriges Wachs
  • Weiche, feste Masse mit einer Konsistenz wie Lippenbalsam
  • Harte, feste, bernsteinfarbene Masse

Konsumieren kannst du sie auf unterschiedliche Weise. Wachse und Öle landen meist in Vape-Pens, feste Formen werden auf einer heißen Fläche verdampft, die meist aus Titan, Quarz oder Keramik ist.

Dieses Verfahren heißt „Dabbing“: Du inhalierst den Dampf über ein spezielles Gerät, das „Rig“, eine Art Bong, die genau dafür gebaut ist.

Konzentrate, Extrakte und Dabs: Wo ist der Unterschied?

Die Begriffe für diese Produkte gehen oft durcheinander und werden häufig gleichbedeutend verwendet. „Konzentrate“ ist der Oberbegriff für alle Produkte, die aus der Cannabispflanze gewonnen werden. Manche unterscheiden aber zwischen „Extrakten“ und „Konzentraten“.

Mit Extrakten sind meist Produkte gemeint, die mit Lösungsmitteln hergestellt wurden, lösungsmittelfreie Methoden fallen dann nicht darunter. „Dabs“ wiederum kann speziell Produkte wie BHO meinen, wird aber manchmal auch allgemein für jede Art von Konzentrat verwendet.

Dazu kommen Nachbearbeitungsschritte, die diese Produkte weiter verändern, und so entstehen noch mehr Varianten und noch mehr Begriffe.

Wie wirken Konzentrate aus gepressten Blüten?

Der Konsum von Cannabis-Konzentraten wird mit einer Reihe von gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht, wobei noch mehr Forschung nötig ist, um zu verstehen, wie sich die Folgen vom Rauchen getrockneter Blüten unterscheiden.

  • Cannabis-Konzentrate enthalten extrem viel THC, vor allem die mit Lösungsmitteln hergestellten.
  • Studien haben THC-Gehalte zwischen 54 und 69 % gemessen, teils wurden sogar Werte über 80 % gemeldet. Zum Vergleich: Getrocknete Blüten liegen im Schnitt deutlich darunter, bei etwas über 15 %.
  • Ein zusätzliches Risiko: Beim Inhalieren von Konzentraten nimmst du auf einen Schlag sehr viel THC auf. Es gelangt schnell und in extrem hohen Mengen in den Körper, was das Risiko für körperliche Abhängigkeit und Sucht erhöht.
  • Außerdem lösen hohe THC-Dosen eher Angstzustände, Paranoia und Psychosen aus, auch wenn noch mehr Forschung nötig ist, um diese Risiken speziell bei Konzentraten zu verstehen.

Verunreinigungen in Cannabis-Konzentraten

Konzentrate aus Cannabisblüten sind nicht nur extrem THC-haltig, sie können auch Verunreinigungen enthalten, die deiner Gesundheit schaden. Eine Studie fand, dass 80 % der untersuchten Konzentratproben verunreinigt waren, nicht nur mit Pestiziden, die auch bei getrockneten Blüten ein Thema sind, sondern auch mit Lösungsmittelrückständen, die bei der Herstellung nicht vollständig ausgespült wurden.

Wer zum Beispiel Butan-Haschöl (BHO) konsumiert, atmet mit dem verdampften THC möglicherweise auch Butan und andere Verunreinigungen ein. Konzentriertes Butan direkt einzuatmen ist extrem gefährlich und hat schon Todesfälle verursacht. Welche Langzeitfolgen das Einatmen von Butanresten oder anderen Verunreinigungen in Konzentraten hat, ist dagegen noch nicht ganz klar.

Die Risiken der Extraktion mit Lösungsmitteln

Konzentrate mit brennbaren Lösungsmitteln wie Butan herzustellen ist richtig gefährlich. Es gab schon zahlreiche Brände und Explosionen in Wohnungen, weil Leute mit Butan Extrakte herstellen wollten, mit schweren Verbrennungen für die Bewohner.

Eine Studie von 2015 zur Cannabislegalisierung in Colorado zeigte einen deutlichen Anstieg von Verbrennungen durch Explosionen bei der THC-Extraktion mit Butan. Teilweise waren mehr als 70 % der Körperoberfläche betroffen, und die Opfer brauchten Hauttransplantationen.

In den USA ist auf Bundesebene jede Herstellung von Cannabisprodukten illegal. Selbst in Bundesstaaten, in denen Cannabis legal ist, etwa Colorado und Kalifornien, ist die Herstellung von Haschöl mit brennbaren Flüssigkeiten außerhalb eines zugelassenen Labors verboten.

Die Behörden der Bundesstaaten empfehlen sicherere Alternativen wie Trockeneis (CO2) oder Eiswasser, oder den Kauf von Konzentraten in lizenzierten Geschäften, die mit kontrollierten, sicheren Extraktionsanlagen arbeiten.

Diese sichereren Verfahren verhindern, dass Lösungsmittel verloren gehen oder an die Luft gelangen, wo sie sich versehentlich entzünden könnten, ähnlich wie es bei der Herstellung anderer kommerzieller Produkte seit Jahrzehnten üblich ist.