
Cannabis outdoor anbauen: Die Anleitung Schritt für Schritt
Standort, Saison, Licht, Erde und Sorte: Was du wissen musst, damit dein Outdoor-Grow von der Keimung bis zur Ernte läuft.
Für einen erfolgreichen Outdoor-Grow brauchst du einen sonnigen Platz, gute, lockere Erde mit einem pH um 6, Tagestemperaturen um 24 bis 25 °C und eine Cannabis-Sorte, die zu deinem Klima passt. Wer draußen growt, nimmt, was die Natur hergibt, und holt das Beste für die Ernte raus: Sonnenlicht bringt eine größere Vielfalt an Cannabinoiden und Terpenen hervor als Kunstlicht, deshalb schwören viele Grower darauf. Und wenn du keinen Garten hast, klappt Outdoor auch im Topf auf Balkon oder Terrasse.
Die Natur weiß zwar, was sie tut, aber ein bisschen Vorwissen hilft, typische Outdoor-Probleme wie Schädlinge oder Pilze zu vermeiden und vor allem mehr aus deinen Pflanzen rauszuholen. Also: Wie läuft ein Outdoor-Grow Schritt für Schritt?

Outdoor-Grow für Anfänger: Was du brauchst
Für Cannabis im Freien brauchst du mindestens einfaches Gartenwerkzeug, Erde, Wasser und einen Platz im Hof oder Garten, der richtig viel Sonne abbekommt.
Cannabis ist eine robuste Pflanze, die sich an Klimazonen auf der ganzen Welt angepasst hat. Mit der Zeit musste sie Abwehrkräfte gegen alle möglichen Probleme entwickeln. Gegen Extremwetter ist sie trotzdem nicht immun. Ob Sturm, der Äste abbricht, oder Dauerregen, der Schimmel bringt: Outdoor hält einige Herausforderungen bereit, die du mit guter Planung umgehen kannst.
Das lokale Klima und die Jahreszeiten zu kennen, gehört zu den wichtigsten Schritten für hochwertiges Outdoor-Gras. Wenn du dich also fragst, wann du Cannabis draußen pflanzen solltest, behalte diese Punkte im Blick:
Temperatur
Tagestemperaturen von 24 bis 25 °C sind ideal für Cannabis. Über 31 °C oder unter 15 °C kann sich das Wachstum verlangsamen. Cannabis gilt als hitzetolerant, aber extreme Hitze oder Kälte kann ernsthafte Probleme machen.
Wenn du gerade erst mit dem Growen anfängst, schau dir unseren Online-Kurs „Cultivo Exitoso“ (auf Spanisch) an.
Gutes Grundwissen ist alles!

Saison
Unsere Quelle stammt aus Argentinien, also von der Südhalbkugel: Dort wird im frühen bis mittleren Frühling gepflanzt und Mitte Herbst geerntet, ideal ist September bis April. Auf der Nordhalbkugel verschiebt sich alles um sechs Monate, grob also März bis Oktober. In Deutschland kommen die Pflanzen wegen der Spätfröste aber meist erst später nach draußen.
Licht
Beim Licht fragen sich viele, wie viele Stunden Sonne eine Outdoor-Pflanze eigentlich braucht.
In der ersten Hälfte der Saison werden die Tage bis zur Sommersonnenwende immer länger. In dieser Wachstumsphase bildet die Pflanze Wurzeln und Stängel, die später das Fundament für die Blüte sind.
Nach der Sonnenwende werden die Tage kürzer, und die Pflanze geht ganz von selbst in die Blüte. Cannabis ist eine Kurztagspflanze: Sie beginnt zu blühen, wenn die Nächte länger und die Sonnenstunden weniger werden.
Die meisten Sorten blühen, sobald sie weniger als 15 Stunden Sonne am Tag bekommen. Plane den Standort deshalb mit Blick auf Temperatur und Licht an deinem Wohnort, damit deine Pflanzen fertig blühen können, bevor das kalte, nasse Wetter kommt.
Erde
Gute Erde ist dunkel, nährstoffreich und locker-luftig. Sie muss Wasser halten, aber überschüssiges Wasser auch ablaufen lassen. Die Erde selbst sollte leicht sauer sein, mit einem pH-Wert um 6. Das prüfst du mit einem pH-Messgerät.
Cannabis outdoor anbauen: Schritt für Schritt
Genetik
Wenn der Standort steht, geht es an die Sortenwahl. Dabei zählen dein Anbaumedium und die Wirkung, die du dir von deinem Gras wünschst.
Lebst du weit weg vom Äquator und ist die Saison kurz (in Argentinien eher im Süden, in Europa eher im Norden), nimmst du am besten robuste, schnell blühende Genetik wie Autoflowers. Wer näher am Äquator wohnt (in Argentinien eher im Norden, in Europa eher im Süden), kann auf hohe Sativas mit langer Blütezeit setzen und auf Hybriden, die unter diesen Bedingungen gut gedeihen.
Wenn dein Outdoor-Gras einen bestimmten Geschmack haben soll, informier dich über das Terpenprofil der Sorten, mit denen du arbeitest.
Und nicht zuletzt: Nutze die Angaben der Samenbank, um Größe, Blütezeit und Ertrag deiner Lieblingssorte abzuschätzen.
Cannabissamen outdoor keimen lassen: Schritt für Schritt
Bei der Keimung, wenn der Samen seine Hauptwurzel bildet und zum Sämling wird, müssen drei Dinge stimmen: Dunkelheit, Feuchtigkeit und Wasser. Zusammen wecken sie deinen Samen auf. Und die Erde bietet den idealen Ort, damit das so natürlich wie möglich passiert. Je nachdem, wo du wohnst, solltest du Folgendes beachten:
Warmes Klima:
Du könntest direkt in Töpfen oder Beeten im Freien keimen lassen. Aber wie gesagt: Im Sämlingsstadium braucht Cannabis viel Feuchtigkeit. Deshalb lohnt sich ein Gewächshaus oder Folientunnel.
Kaltes Klima:
Hier ziehst du die Sämlinge drinnen vor, solange draußen noch die letzten Frühjahrsfröste drohen. Wenn das Wetter passt, setzt du sie direkt ins Beet oder in große Töpfe nach draußen.
Bevor du deine Samen keimen lässt, besorg dir gute Erde für den Outdoor-Grow. Organische Erde liefert alles, was deine Pflanzen brauchen: Nährstoffe, nützliche Bakterien und Pilze. Die richtige Erde ist draußen entscheidend, damit deine Pflanzen gedeihen und wachsen.
Wenn die Erde vorbereitet ist, geht es ans Keimen. Mach ein kleines Loch in die oberste Erdschicht von Beet oder Topf. Leg den Samen hinein, bedeck ihn vorsichtig mit Erde und gieß ein wenig an. Der erste Trieb zeigt sich nach 2 bis 7 Tagen.
Das Sämlingsstadium dauert etwa zwei Wochen. In dieser Zeit braucht dein Sämling gleichmäßiges Licht, eine Luftfeuchtigkeit um 70 % und ein bisschen Wasser.
Wachstumsphase beim Outdoor-Cannabis
Die Wachstumsphase folgt auf das Sämlingsstadium. Jetzt betreiben die Pflanzen Photosynthese und sammeln Energie für ihre Entwicklung. Die großen Fächerblätter schießen nur so heraus. Damit deine Pflanzen gut durch diese Phase kommen, vor allem draußen, achte auf Folgendes:
Gießen:
Die Anfängerfrage schlechthin: Wie oft gießt man Outdoor-Cannabis? Unser Rat: nur dann, wenn die obersten 3 bis 5 cm der Erde trocken sind. Wartest du nicht lange genug, drohen Wurzelfäule und andere Probleme.

Erde checken:
Outdoor wie Indoor solltest du ab und zu nachmessen, ob der pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 liegt. In diesem Bereich nimmt die Pflanze Nährstoffe am besten auf.
Topf oder Beet?
Cannabis im Topf ist praktisch, weil du die Pflanzen im Garten oder auf dem Hof umstellen kannst, um mehr Sonne abzugreifen oder sie vor Regen, Sturm oder extremen Temperaturen zu schützen.
Nährstoffe
Gute Erde sollte genug organische Nährstoffe für den Start mitbringen. Wenn die Pflanze aber wächst und in die Blüte geht, kann sie die verfügbaren Nährstoffe aufbrauchen und zusätzlichen Dünger brauchen.
Die drei Hauptnährstoffe für Cannabis sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. In der Wachstumsphase brauchen die Pflanzen mehr Stickstoff, um Wurzeln und Blätter als Basis für die Blüte zu bilden. Zu Beginn der Blüte brauchen sie mehr Phosphor und Kalium als Stickstoff. Gegen Ende der Blüte, wenn der meiste Stickstoff verbraucht ist, nutzen die Pflanzen die restlichen Nährstoffe.
Am besten nimmst du eine Düngerlinie speziell für Cannabis und hältst dich an die empfohlenen Mengen, damit es weder zu viel noch zu wenig wird. Organische Nährstoffquellen sind top, weil sie nützliche Mikroben mitbringen, sie brauchen aber länger, bis sie zersetzt und für die Pflanze verfügbar sind.
Wasser
Wie oft du gießen musst, zeigt dir die Pflanze selbst: Hängende Pflanzen und trockene Erde heißen ganz klar, dass Wasser fehlt. Hängende Blätter bei feuchter Erde dagegen sind ein Zeichen für zu viel Wasser. Beides sind typische Anfängerfehler, die du mit etwas Übung schnell im Griff hast.
Das war unser Outdoor-Guide, damit du große Pflanzen, spektakuläre Buds und jede Menge Spaß an diesem schönen Prozess hast.
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