Mehltau bei Cannabis: erkennen, vorbeugen und bekämpfen
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Mehltau bei Cannabis: erkennen, vorbeugen und bekämpfen

Weißer Puder auf den Blättern ist kein Harz: So erkennst du Echten Mehltau und hältst ihn von deinen Buds fern.

VON CosechaLibre Redaktion6 MIN LESEZEIT

Echter Mehltau ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten im Cannabis-Anbau und zeigt sich als weißer, mehliger Belag auf Blättern und Buds. Erkennst du ihn früh, bekommst du ihn mit besserem Klima, dem Entfernen befallener Blätter und Mitteln wie Schwefel oder Kaliumbicarbonat in den Griff.

Er ist nicht der gefährlichste Pilz, den deine Pflanzen erwischen können. Behandelst du ihn aber nicht rechtzeitig, breitet er sich im ganzen Grow aus, schädigt die Pflanzen und macht die Buds unbrauchbar.

Ist der Befall weit fortgeschritten, überzieht er Blätter, Stängel und Buds komplett mit Weiß. Die Folge: gelbe Blätter, Blattverlust und am Ende stirbt die Pflanze.

Wie erkennst du Mehltau an deinen Cannabispflanzen?

Mehltau kann die Pflanzen schwächen, die Buds unrauchbar machen, deine Ernte ruinieren und vor allem auch der Gesundheit derer schaden, die befallenes Gras konsumieren.

Der Pilz ist leicht zu erkennen, weil seine Sporen weiß sind: Die Blätter sehen aus wie mit Puder bestäubt. Früh entdeckt, lässt er sich behandeln. Knifflig ist nur, dass man ihn mit Harz verwechseln kann. Deshalb hier alles, was du brauchst, um ihn sicher zu erkennen:

  • Siehst du den Mehltau mit bloßem Auge auf dem Blatt, sind dort schon Hunderte oder Tausende Sporen. Einzelne Sporen erkennst du nur mit Lupe oder Mikroskop.
  • Breiten sich die Sporen aus, bilden sie leichte, weißliche Flecken auf den Blättern, die an Asche, Staub oder Mehl erinnern. Einen befallenen Bud hält man leicht für einfach verschmutzt, wenn man den Pilz nicht kennt. Die Flecken sitzen auf der Blattoberseite, also der Seite, die zum Licht zeigt. Das ist wichtig, denn so unterscheidest du ihn vom Falschen Mehltau, der ähnlich aussieht, aber auf der Blattunterseite auftritt.

Am besten ist immer Vorbeugen. Ein sauberer Growraum mit guter Lüftung, kontrollierter Luftfeuchtigkeit und Temperatur und ein täglicher Blick auf die Pflanzen helfen dir, Mehltau zu vermeiden.

Es gibt drei Phasen, in denen dieser Pilz besonders gern auftaucht: in der Wachstumsphase, in den letzten Blütewochen und beim Trocknen und Curing. Mehltau liebt zu dicht stehende, übergossene Pflanzen und hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb ist eine gute Zirkulation sauberer Luft so wichtig.

So beugst du Mehltau bei Cannabis vor:

Starke Temperaturschwankungen vermeiden

Der optimale Temperaturbereich für Cannabis liegt zwischen 20 °C und 29 °C. Je enger du die Schwankungen hältst, desto weniger anfällig ist dein Grow für Mehltau. Geht das Licht aus, kann die Temperatur kurz steil abfallen. Kühlere Luft hält weniger Wasser, die Feuchtigkeit schlägt sich nieder. Das kann zu feinem Kondenswasser und hoher Luftfeuchtigkeit führen, und genau dann keimen die Sporen, bis hin zu Mehltau auf den getrockneten Buds.

Den pH-Wert der Blattoberfläche steuern

Den Pilz komplett aus den Buds und aus der Umgebung zu verbannen, ist vielleicht unmöglich, aber die Blätter kannst du schützen, wenn du rechtzeitig reagierst. Ob sich der weiße Pilz im Grow ausbreiten kann, hängt stark vom pH-Wert auf der Blattoberfläche ab. Diesen Wert nach oben oder unten zu verschieben, ist deshalb der Schlüssel.

Mittel mit Kaliumbicarbonat heben den pH-Wert der Blattoberfläche vorübergehend an, schwefelhaltige Mittel senken ihn. Idealerweise setzt du sie nicht in der Blüte ein, sondern vorbeugend in der Wachstumsphase, damit deine Buds später gar nicht erst Mehltau bekommen.

Das Problem rausfiltern

Verpilzte Pflanzen können den ganzen Grow anstecken, wenn du eines der größten Probleme nicht löst: zu wenig Belüftung. Hast du aber schon Mehltau im Raum und drehst die Ventilatoren voll auf, verteilst du die Sporen im ganzen Growraum und steckst die anderen Pflanzen an. Gute Vorbeugung sind deshalb Luftfilter. Luftfilter können die Sporen befallener Buds einfangen und verhindern, dass sie wieder in den Growraum gelangen.

Hat der Pilz die Blätter schon erwischt, gilt: Jedes Blatt mit Mehltau abnehmen und weit weg vom Growraum entsorgen. Pass auf, dass befallene Blätter keine anderen Teile deines Grows berühren. Denk dran: Pilzsporen reisen und verbreiten sich leicht. Propolis und Ackerschachtelhalm sind zwei starke natürliche Helfer, wenn du den Mehltau von der Pflanze bekommen willst.

Wichtig: Einer der gefährlichsten Momente für Mehltau ist das Trocknen, und für Grower auch der bitterste. Deshalb lohnt es sich, richtig zu ernten, zu trocknen und zu fermentieren. 

Mehltau in der Wachstumsphase bekämpfen

Taucht Mehltau in der Wachstumsphase auf, kannst du diese Mittel kombiniert einsetzen:

UV-Lampen gegen Pilze

Ist der Mehltau deutlich zu sehen, kannst du UV-Lampen gegen Pilze wie Clean Light einsetzen. Du fährst damit einmal täglich in etwa 20 cm Abstand über die Pflanzen. Trag dabei immer Schutzbrille und Handschuhe.

Schwefel

Eine weitere Lösung gegen Mehltau ist Schwefel, zum Beispiel Elosal. Er wird als komplett biologisch verkauft und manche sprühen ihn auch in der Blüte, besser ist aber, ihn im Wachstum zu verwenden und aufzuhören, sobald sich Buds bilden: Er hinterlässt Rückstände und Geschmack. Du bringst ihn als Blattspray aus und machst die ganze Pflanze richtig nass. Achtung bei Hitze: Über 35 °C kann Schwefel die Pflanzen schädigen (phytotoxisch).

Chemische Mittel

In dieser Phase kannst du auch ein chemisches Mittel mit Kontakt- und systemischer Wirkung einsetzen.

Blätter entfernen

Ist die Pflanze insgesamt kaum befallen, aber einige Blätter sind voller Mehltau, nimm diese Blätter ab. Vorsichtig, ohne sie zu schütteln, sonst verteilst du die Sporen. Dann ab damit in einen Beutel, gut verschließen und raus aus dem Grow.

Die Pflanze opfern

Hast du mehrere Pflanzen und eine ist komplett befallen, opfer lieber diese eine und rette den Rest, statt sie retten zu wollen und am Ende alle anzustecken. Wenn du sie entsorgst, stülp vorher einen Beutel über die ganze Pflanze und verschließ ihn, damit nichts überspringt. Den Topf behältst du und machst ihn gründlich sauber.

Hände und Kleidung reinigen

Nachdem du Pflanzen mit Mehltau angefasst hast, wasch dir gründlich die Hände, reib sie mit Alkohol ein und zieh dich um, bevor du gesunde Pflanzen berührst.

Mehltau in der Blüte bekämpfen

Mehltau in der Blüte ist gefährlich: Er kann die Buds befallen, und die Ernte fällt in jedem Fall kleiner aus.

In der späten Blüte behandelst du Mehltau mit biologischen Fungiziden, um den Pilz so schnell wie möglich zu stoppen. Die wirksamsten Methoden in der späten Blüte:

  • Biologisches Fungizid: als Blattspray alle 3 bis 5 Tage, je nachdem, wie weit sich der Pilz ausgebreitet hat.
  • UV-Lampen gegen Pilze: In dieser Phase täglich in 20 cm Abstand über die Pflanze.
  • Pflanze entsorgen: so, wie oben beschrieben.
  • Mit Oidioprot: Damit entfernst du den Mehltau von den Pflanzen, und die Lampe sorgt dafür, dass keine Sporen übrig bleiben.

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