
Lauberde selber machen: Laubkompost mit dem Drei-Kammer-System
Herbstlaub, Küchenabfälle und etwas Geduld: So setzt du drei Komposter nebeneinander auf und bekommst nährstoffreiche Lauberde für Garten, Töpfe und Grow.
Lauberde machst du selbst, indem du Herbstlaub und pflanzliche Küchenabfälle im Verhältnis zwei zu eins kompostierst – am besten in drei Holzkammern nebeneinander, durch die das Material wandert, bis es komplett zu dunkler, krümeliger Erde verrottet ist. Das ist mit das Günstigste, was du für deine Pflanzen tun kannst, statt Erde im Gartencenter oder Supermarkt zu kaufen.
Hier bekommst du die besten Tipps, wie du einen guten, einfachen und billigen Bio-Kompost aufsetzt, der deine Pflanzen im Garten und im Beet so richtig wachsen lässt.
Was ist Lauberde?
Lauberde ist ein vielseitiger Kompost, den du im Garten, in Töpfen und in Anzuchtschalen einsetzen kannst. Das Besondere: Gut gemacht hält sie Unkraut und Krankheiten fern, was dir zusätzliche Pflegeprodukte spart. Fertig gesiebt ist sie sauber, locker und gut drainiert, sodass deine Pflanzen optimal mit Wasser versorgt bleiben.
Selbstgemachter Kompost hilft Pflanzen, kräftig zu wachsen. Er liefert viele Nährstoffe und kann dafür sorgen, dass Samen schneller keimen als ohne dieses organische „schwarze Gold“.

Wie macht man Lauberde?
Bevor du loslegst, baust du drei Kammern aus Holz mit klaren Trennwänden, damit jeder Kompost sauber für sich lagert. Der zweite wichtige Punkt: Setz die Kammern direkt auf den Boden, so verrottet das Material deutlich schneller.
Die Zutaten findest du überall in Haus, Garten oder auf dem Hof, sie sind leicht zu bekommen. Allerdings darf nicht alles rein – welche Materialien gehen und welche nicht, erfährst du weiter unten.
Eine Kammer für jede Kompost-Phase
Die Grundregel beim Kompostieren zu Hause: nichts durcheinanderwerfen. Wie beim Mülltrennen sortierst du alles nach Herkunft. Und denk dran: Was nicht organisch ist, hat im Kompost nichts verloren.
Deshalb bekommt jeder Kompost seine eigene Kammer. Am besten stehen sie nebeneinander, aber pass auf, dass sich die Inhalte nicht vermischen. Lass genug Platz zwischen den Kammern.
Was kommt in die erste Kammer?
In die erste Kammer kommt trockenes Laub. Ist ein bisschen Tierkot dran, wasch es nicht ab – das beschleunigt den Prozess sogar. Sammle das Laub am besten im Herbst, wenn die Bäume ihre Blätter abwerfen.
Zum Laub kommen pflanzliche Abfälle, zum Beispiel Eierschalen, Kartoffel- und Süßkartoffelschalen und andere Gemüsereste aus deiner Küche. Auch Schnittgut, Mate-Reste (in Argentinien steht die Yerba in jeder Küche) oder Kaffeesatz passen rein. Alles kommt direkt auf den Boden.
Das richtige Mischverhältnis
Für diesen ersten Kompost gilt: ein Teil pflanzliche Abfälle auf zwei Teile trockenes Laub.

Was passiert in der zweiten Kammer?
In die zweite Kammer setzt du den Kompost um, wenn er schon fast verrottet ist. Keine Panik, wenn er schwarz aussieht – genau so soll er sein, deshalb heißt er ja „schwarzes Gold“.
Wahrscheinlich ist er noch nicht zu 100 % zersetzt, du siehst also noch Stücke und Zweige, die gerade verrotten. In dieser Phase erlebst du etwas Besonderes: Der Kompost riecht herrlich nach frischer Erde.
Und die dritte Kammer?
Ist der Inhalt der zweiten Kammer komplett verrottet, kommt er in die dritte. Dort lagerst du ihn, bis du ihn verwenden willst.
Ganz wichtig: Prüf genau, ob der Kompost wirklich fertig ist oder ob noch etwas verrotten muss. Ist er nicht vollständig zersetzt, liefert er deinen Pflanzen keine Nährstoffe, sondern macht das Gegenteil: Er entzieht ihnen Energie, um selbst weiter zu verrotten.
Wie feucht muss Kompost sein?
Damit guter Bio-Kompost entsteht, muss er immer feucht bleiben, vor allem im Sommer oder bei trockenem Wetter. Spritz ihn dann ab und zu mit dem Gartenschlauch ab – aber übertreib es nicht, sonst bilden sich Fäulnis und Schimmel.
Wie misst du die Feuchtigkeit? Ganz einfach: Nimm eine Handvoll und drück sie zusammen. Es sollten nur ein paar Tropfen Wasser herauskommen, mehr nicht.
Was bringt Lauberde?
- Sie ist ökologisch, hygienisch einwandfrei und 100 % natürlich
- Sie ist frei von Unkraut und enthält keinerlei Chemie
- Mit Lauberde verdichtet der Boden kaum
- Wenn du gute Drainage und viele Poren im Boden willst, ist Kompost genau richtig
- Sie liefert viel organische Substanz
- Gesiebt ist sie fein und frei von Fremdstoffen
- Sie verbessert die Nährstoffversorgung deiner Pflanzen
Lauberde machen: Was darf in den Kompost und was nicht?
- Tierische Produkte, Fleisch und Fett haben im Kompost nichts zu suchen. Vorsicht auch bei Pflanzen, Kürbis- oder Tomatenresten und Unkraut: Sind sie krank, können sie die Krankheit auf den Kompost übertragen und am Ende all deine Pflanzen ruinieren.
- Unkraut, frischer Rasenschnitt und kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzen bleiben ebenfalls draußen.
- Deck deinen Kompost im Winter ab, damit er die Wärme besser hält. Das ist auch ein guter Trick, um die Verrottung zu beschleunigen.
- Kälte tut deiner Lauberde nicht gut. Im Sommer dagegen verrottet Kompost dank Wärme und Feuchtigkeit schneller – die ideale Jahreszeit dafür.
- Ein bisschen unangenehmer Geruch am Anfang ist normal.
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