
Mutterpflanze pflegen: Vorteile, Lichtzyklus und Lebensdauer
Eine Mutterpflanze liefert dir jahrelang identische, weibliche Stecklinge, wenn du Licht, Dünger und Schnitt im Griff hast.
Eine Mutterpflanze ist eine Cannabispflanze, die du dauerhaft im Wachstum hältst, um von ihr immer wieder Stecklinge zu schneiden. Das bringt dir garantiert weibliche, genetisch identische Pflanzen und eine Lieblingssorte, die du über Jahre behalten kannst. Über Sorten, Blätter und Samen wird viel geredet, aber bei erfahrenen Growern fällt früher oder später genau dieses Wort.
Mutterpflanzen sind im Grunde Cannabispflanzen, die ständig in der vegetativen Phase gehalten werden, damit du von ihnen Klone nehmen kannst, also Pflanzen, die genetisch exakt wie ihre Mutter wachsen.
Klar, dafür brauchst du einen Indoor-Grow mit eigenem Raum und eigener Beleuchtung nur für die Mutterpflanze. Deshalb halten sich nicht so viele Homegrower eine eigene Mutterpflanze: Du bräuchtest zwei Growräume, einen, der dauerhaft im Wachstum läuft, und einen mit dem normalen Zyklus für deine anderen Pflanzen.
Trotzdem hat eine eigene Mutterpflanze jede Menge Vorteile.

Welche Vorteile hat eine Mutterpflanze?
Das Geniale daran, eine Mutterpflanze zu halten und den Rhythmus richtig zu timen: Dank Stecklingen erntest du heute und hast morgen schon die nächsten Pflanzen startklar. Außerdem:
- Mutterpflanzen sind die perfekte Quelle für Jungpflanzen beim Sea of Green (SOG). Gleich große Stecklinge bilden ein einheitliches Blätterdach ohne größere oder kleinere Phänotypen, um die du dir Sorgen machen musst. So nutzt du das Licht optimal und holst das Maximum an Ertrag raus.
- Wenn du den Zyklus sauber durchziehst, kannst du deine Pflänzchen so groß werden lassen, wie du willst. Die Mutterpflanze lässt sich ganz an deine Bedingungen anpassen.
- Bei Stecklingen besteht keine Gefahr, dass Männchen dabei sind: Du bekommst einen Grow, der ausschließlich aus weiblichen Pflanzen besteht.
Eine Mutterpflanze bringt dir also eine Menge: Du kannst dir eine bestimmte Pflanze mit dem besten Terpenprofil, dem schönsten Aroma und genau der Wirkung aussuchen, die du willst, und sie so lange vermehren, wie du magst. Dafür musst du sie aber gut pflegen und ein paar Schritte beachten.
Wie ziehst du eine Mutterpflanze heran?
Die passende Sorte wählen
Überleg dir zuerst, welche Sorte du anbauen willst, und was sie an Pflege braucht. Viele suchen eine besonders ertragreiche Sorte, andere einen bestimmten Geschmack, wieder andere achten auf die Wuchsform oder wollen Sorten, die Kälte oder Pilze wegstecken. Da draußen gibt es eine riesige Welt an Sorten, Wirkungen, Aromen und Eigenschaften.
Toppen oder nicht?
Sobald du deine Mutterpflanze hast, ist ein Topping (das Kappen der Haupttriebspitze) eine gute Idee. Pflicht ist es nicht, aber durch so einen Schnitt bilden sich mehr Triebe, und du kommst leichter an Stecklinge, wenn du welche brauchst.
Die Pflanze dauerhaft im Wachstum halten
Mutterpflanzen sind im Prinzip Cannabispflanzen, die du so lange wie möglich in der vegetativen Phase hältst. Deshalb ist es extrem wichtig, dass sie im 18/6-Lichtzyklus bleiben und du am Licht nichts änderst. Ziel ist, die Mutterpflanze mindestens 6 Monate im Wachstum zu halten, um eine ordentliche Menge Klone zu schneiden, aber das ist nicht immer so einfach.
Dafür müssen alle Wachstumsbedingungen optimal sein, und die Ernährung spielt eine große Rolle. Der Stickstoff ist der Makronährstoff, mit dem Cannabis grüne Blattmasse aufbaut, und deshalb für das Wachstum deiner Mutterpflanze absolut unverzichtbar. Und wenn du dich fragst, wie du eine Mutterpflanze am Leben hältst: Sie muss vor allem gesund sein, denn Klone sind exakte Kopien. Ist die Mutter krank, tun sich auch die Stecklinge schwer.
Weil die Mutterpflanze so lange im Wachstum steht, kann sie bei guter Pflege ordentlich groß werden, und irgendwann wird der Platz knapp. Damit sie handlich bleibt, setzt du am besten Trainingstechniken ein wie Topping oder LST.
Ab wann kannst du Stecklinge von der Mutterpflanze schneiden?
Wenn die Pflanze groß genug ist und du die ersten Stecklinge schneiden kannst, geh dabei sehr sorgfältig vor, sonst überträgst du womöglich Krankheiten auf die Mutterpflanze. Deshalb arbeitest du ausschließlich mit sterilisiertem Werkzeug, wenn du deine eigenen Stecklinge machst.
Erste Stecklinge kannst du ab der zweiten Woche der Wachstumsphase von deiner Mutterpflanze nehmen. Solange sie jung ist, schneid nur 2 bis 3 Stecklinge auf einmal. Wenn sie wächst, kannst du nach und nach mehr nehmen.
Wie oft kannst du Stecklinge von einer Mutterpflanze nehmen?
Nach dem Schneiden gönnst du der Mutterpflanze mindestens zwei Wochen Pause, damit sie sich erholt, bevor du die nächsten Stecklinge nimmst. Schneidest du zu viele auf einmal oder lässt ihr zu wenig Zeit, stresst du die Pflanze. Sie kümmert dann vor sich hin und wird anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.

Wie lange lebt eine Mutterpflanze?
Unter den richtigen Bedingungen kann eine Mutterpflanze jahrelang leben, mit der Zeit können die Klone allerdings immer schwächer werden. Wird die Pflanze zu buschig, entstehen ideale Bedingungen für Krankheitserreger, am häufigsten Echter Mehltau. Dagegen hilft, bei Bedarf zu entlauben. Wenn du Blätter entfernst, kann die Pflanze atmen, die Luft im Inneren zirkuliert, und Insekten und Bakterien haben es schwerer.
Indoor-Grow zu Hause: Welcher Topf passt?
Für den Indoor-Grow empfehlen wir Techniken wie SCROG, SOG oder den klassischen Anbau. Manche Grower weichen davon ab, weil sie mehr Ertrag wollen, und setzen stärker auf die Erde und die Pflege im Allgemeinen.
Als Anfänger nimmst du am besten Erde als Substrat und stellst etwa 10 bis 16 Pflanzen pro Quadratmeter. Ideal sind zwei Töpfe pro Pflanze, einer für die Wachstums- und einer für die Blütephase. Alternativ geht auch gleich ein einziger, endgültiger Topf, aber das ist eher was für erfahrene Grower, die beim Gießen alles genau im Griff haben.
Es gibt riesige Cannabispflanzen, die sogar ein drittes oder viertes Umtopfen brauchen, damit sie kompakt bleiben. Je mehr Pflanzen pro Quadratmeter stehen, desto weniger Wachstum brauchen sie vor der Blüte, und desto weniger Substrat brauchst du pro Topf.
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