
Cannabis-Bonsai: in 4 Schritten zur Mini-Mutterpflanze
Topf, Steckling, Schnur und Schere: wie du eine platzsparende Mutterpflanze im Bonsai-Format formst und welche Sorten sich dafür eignen.
Was ist ein Bonsai, und geht das mit Cannabis?
Ja, Cannabis lässt sich als Bonsai ziehen: Du pflanzt einen Steckling seitlich in einen kleinen Topf, bindest Stamm und Äste mit Schnur in Form und schneidest regelmäßig die Seitentriebe zurück. Ein Bonsai ist im Grunde ein Baum im Miniaturformat, der Name steht aber für die Technik, mit der diese Mini-Bäumchen ihre Form und Größe bekommen.
Bonsai ist eine jahrhundertealte Praxis, Zierpflanzen und Bäume künstlich klein in Töpfen zu ziehen. Meist wird der Ursprung in Japan verortet, tatsächlich liegen die Wurzeln aber in China, wo die Kunst als Kunstform und Gartenbautechnik beliebt ist.
Bonsai-Pflanzen entstanden, als man in China vor mehr als 2.000 Jahren mit Penjing begann, dem Gestalten von Miniaturlandschaften.
In der Kamakura-Zeit der japanischen Geschichte (1192 bis 1333) übernahmen die Japaner viele kulturelle Traditionen aus China und passten sie an. So entstand dort die Kunst des Bonsai. Aus dem chinesischen Penjing wurde in Japan schließlich der japanische Bonsai, der sich auf einzelne kleinwüchsige Bäume konzentriert statt auf ganze winzige Landschaften.
Heute zeigen wir dir, wie du einen Cannabis-Bonsai ziehst. Ja, das geht wirklich.
Wozu überhaupt ein Cannabis-Bonsai?
Der Hauptgrund, Cannabis als Bonsai zu ziehen, sind Stecklinge. Weil die Pflanzen klein bleiben, brauchen Cannabis-Bonsais viel weniger Platz als eine normale Mutterpflanze.
So ein Mini-Cannabisbaum ist oft die perfekte Lösung, wenn du mehrere Pflanzen und wenig Platz hast. Auch in großen Grows sind die kleinen Exemplare beliebt, denn viele „Cannabonsai“-Mütter liefern eine riesige genetische Vielfalt für den ganzen Betrieb.
Mehrere kleine Mutterpflanzen für Stecklinge zu halten, ist deshalb eine super Methode, um Vielfalt zu bewahren, ohne auf Samen angewiesen zu sein.

Cannabis-Bonsai ziehen: die 4 Schritte
Einen Bonsai von Grund auf zu ziehen, ist nicht kompliziert. Hier kommt die Anleitung für deinen Cannabis-Bonsai Schritt für Schritt:
SCHRITT EINS: Den Topf vorbereiten
Als Erstes überlegst du dir, welchen Topf du nimmst. Die Pflanze soll klein bleiben, also brauchst du einen passend kleinen Topf. Rund um den Rand bohrst du Löcher, durch die du später Schnur fädelst, um die Äste in die gewünschte Form zu binden. Achte darauf, dass die Löcher groß genug für die Schnur sind, die du verwenden willst.
SCHRITT ZWEI: Den Steckling einpflanzen
Im zweiten Schritt wird umgetopft. Du brauchst einen gesunden, kräftigen Steckling, um daraus die Mutterpflanze zu ziehen. Setz den Steckling an eine Seite des Topfes statt in die Mitte, wie man es bei einer normalen Pflanze machen würde. Das hilft dir, die Pflanze zu formen und die Äste auszurichten. Steck einen Holzstab als Stütze für den Haupttrieb dazu. Mit Schnur bindest du den Stab an den Stamm und an die vorgebohrten Löcher im Topf. Pass auf, dass du dabei die Wurzeln nicht verletzt.
SCHRITT DREI: Training
Der dritte Schritt ist das Training der Äste. Wie beim Stamm lenkst du sie mit Schnüren in die gewünschte Form. Für waagerechtes Wachstum bindest du die Äste straffer, für senkrechtes lockerer. Lass beim Binden genug Abstand zwischen den Ästen, damit sie frei wachsen können.
SCHRITT VIER: Rückschnitt
Der Rückschnitt ist nötig, um die Zahl der Äste zu begrenzen und die typische Form und Größe eines Cannabis-Bonsais zu halten. Geschnitten werden nur die Seitenäste, denn wer die Hauptäste kappt, kann Gesundheit und Wachstum der Pflanze ernsthaft schädigen. Welche Form du der Pflanze gibst, ist deine Sache.
Wie lange kann man einen Cannabis-Bonsai halten?
Wie lange man Bonsai-Mutterpflanzen behalten sollte, ist unter Growern heiß diskutiert. Einerseits bleiben diese Pflanzen dauerhaft in der Wachstumsphase, theoretisch kannst du sie also halten, solange sie leben.
Viele Grower haben aber festgestellt, dass reine Indicas schneller abbauen und reine Sativas länger durchhalten. Als Faustregel ersetzt du Indicas alle 3 bis 4 Jahre, Hybriden alle 4 bis 5 Jahre und Sativas alle 5 bis 6 Jahre. Das sind aber keine exakten Werte, am Ende hängt alles von der Sorte und davon ab, wie gut du dein kleines Cannabisbäumchen pflegst.

Welche Sorten eignen sich am besten für einen Cannabis-Bonsai?
Bekanntlich geht es beim Bonsai darum, gesunde, ausgewachsene Pflanzen zu bekommen, die so wachsen, wie sie es auch in der Natur tun würden. Welche Sorten sind also die besten für einen Cannabis-Bonsai? Hier sind unsere Empfehlungen:
Bonsai-Sorte White Widow
Wenn es unter den Bonsai-Sorten einen Klassiker gibt, dann White Widow. Dank ihrer niederländischen Herkunft und als ausgewogener Hybrid bietet sie eine epische Mischung aus Indica- und Sativa-Wirkung, und genau das macht sie zu einer Pflanze, die du als Bonsai haben willst.
White-Widow-Sorten haben außerdem hohe THC-Werte, die locker über 20 % liegen. Klein, potent und als Bonsai einfach zuckersüß.
Bonsai-Sorte Northern Lights
Wenn es um eine legendär sedierende Wirkung geht, ist Northern Lights deine Sorte: Sie macht schläfrig und entspannt den Körper. Dazu kommt ein Geschmack, der perfekt für alle ist, die es süß mögen.
Northern Lights ist eine robuste, kleine Pflanze, die langsam und kompakt wächst. Mit sattgrüner Farbe und harzüberzogenen Buds wirst du sehen, dass deine Buds auch als Bonsai richtig dick werden.
Cannabonsai-Sorte OG Kush
Und zum Schluss OG Kush, eine erfolgreiche Sorte dank harziger Buds und ihres Geschmacks, eine perfekte Mischung aus Diesel und Zitrone, die sie zum Liebling aller macht, die auf Old-School-Aromen stehen. Sie wirkt sehr kräftig und wächst ohne viel Pflegeaufwand.
Jetzt weißt du, welche Sorten die besten sind und wie du einen Cannabonsai ziehst. Welche würdest du als Bonsai anbauen, und warum?
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