Cannabis-Milch selber machen: Cannamilk aus Blüten oder Blättern
KONSUM

Cannabis-Milch selber machen: Cannamilk aus Blüten oder Blättern

Pur trinken oder zum Kochen nehmen: So machst du Cannabis-Milch mit decarboxyliertem Gras und so dosierst du sie, ohne dass sie dich überrollt.

VON CosechaLibre Redaktion5 MIN LESEZEIT

Was ist Cannabis-Milch?

Cannabis-Milch, auch „Cannamilk“ genannt, ist Milch, in der decarboxyliertes Gras rund 45 Minuten knapp unter dem Siedepunkt gezogen hat, sodass sich die Cannabinoide im Milchfett lösen. Du kannst sie pur trinken oder als Zutat für andere Cannabis-Rezepte nehmen. Damit ist sie eine sehr vielseitige Konsumform, ob zum Spaß oder medizinisch.

Wie der Name schon sagt, ist Cannabis-Milch einfach Milch, in der Cannabis gezogen hat. Damit ähnelt sie anderen Edibles wie Cannabutter oder Cannabis-Tee.

Das Rezept ist zwar einfach, aber Milch und Gras zusammenkippen und fertig, so läuft das nicht. Denn rohes Cannabis direkt von der Pflanze wirkt nicht psychoaktiv.

Der Körper kann das Rohmaterial der Pflanze nämlich nicht so verarbeiten, dass die Cannabinoide ins Blut und ins Gehirn gelangen, wo sie am stärksten wirken. Damit Cannabis wirkt und seine Inhaltsstoffe genutzt werden können, musst du es decarboxylieren.

Noch ein wichtiger Punkt: Je mehr Fett im Spiel ist, desto stärker wird die Milch oder Butter. Cannabinoide wie THC, CBD, CBG und CBN lösen sich viel leichter in Fett als in anderen Flüssigkeiten (ausgenommen Alkohol und einige Chemikalien wie Kohlenwasserstoffe). Je fetter die Milch, desto mehr Cannabinoide nimmt sie auf und desto mehr bleiben im fertigen Produkt.

Du kannst statt Kuhmilch auch Alternativen wie Soja-, Mandel- oder Kokosmilch nehmen. Wenn du eine vegane oder vegetarische Variante ausprobieren willst, wähl eine mit mindestens drei Gramm Fett pro Portion. Dann nimmt sie die Cannabinoide besser auf, und das Endprodukt wird ordentlich stark.

Zutaten für Cannabis-Milch:

7 bis 10 Gramm deiner Lieblingssorte, decarboxyliert

2 Tassen Milch (rund 500 ml)

Backblech

Backpapier

Grinder

Großer Topf

Schneebesen

Feinmaschiges Sieb

Behälter mit Deckel zum Aufbewahren

Küchenthermometer

So machst du Cannabis-Milch

Zuerst zerkleinerst du das vorher decarboxylierte Gras und gibst es in einen großen Topf. Sobald der Herd an ist, kommt die Milch dazu, und du verrührst beides mit dem Schneebesen. Die Hitze bleibt niedrig, und du kontrollierst die Temperatur mit dem Küchenthermometer, bis sie knapp unter 100 °C liegt, ohne dass die Milch kocht. Diese Temperatur hältst du dann 45 Minuten und rührst etwa alle fünf Minuten um.

Nach 45 Minuten nimmst du den Topf vom Herd und lässt die Cannabis-Milch auf Zimmertemperatur abkühlen. Dann gießt du sie langsam durch das Sieb in den Aufbewahrungsbehälter. Du kannst auch mehrmals abseihen, damit wirklich kein Pflanzenmaterial mehr drin ist. Die fertige Cannabis-Milch kommt gut verschlossen in den Kühlschrank.

Egal wie du deine Cannabis-Milch konsumierst: Fang mit einer kleinen Menge an, trink langsam und warte geduldig auf die Wirkung. Das gilt für alle Edibles, denn bis sie wirken, kann es eine Stunde und manchmal länger dauern. Und wenn Edibles reinhauen, dann richtig, deshalb lieber kleine Mengen und Schritt für Schritt. 

Für eine richtig gute Cannabis-Milch nimmst du am besten hochwertige Blüten. Schwaches Gras ergibt ein schwaches Endprodukt, und das kann die psychoaktive oder medizinische Wirkung am Ende schmälern.

Wie wirkt Cannabis-Milch?

Wenn sich die Cannabinoide aus dem Gras im Milchfett lösen, können sie bestimmte Wirkungen im Körper entfalten. Speziell zu Cannabis-Milch gibt es zwar nur wenige Daten, aber du kannst mit ähnlichen Effekten rechnen wie bei anderen Konsumformen.

Wie Cannabis-Milch wirkt, hängt von der Menge des verwendeten Grases, der Sorte und deiner Toleranz ab. Mögliche Effekte sind psychoaktive Wirkungen wie Euphorie, Entspannung, Stimmungsveränderungen und Fressflash, vor allem wenn genug THC in der Milch steckt.

Außerdem kann Cannabis-Milch beruhigend wirken und für Entspannung und Ruhe sorgen, besonders bei viel CBD, einem Cannabinoid, das für seine entspannende Wirkung bekannt ist. Sowohl THC als auch CBD werden zudem schmerzlindernde Eigenschaften zugeschrieben, deshalb könnte Cannabis-Milch in manchen Fällen bei Schmerzen helfen.

Wie dosierst du Cannabis-Milch?

Eine Standarddosis oder allgemeine Empfehlung für Cannabis-Milch gibt es nicht, weil der Cannabinoidgehalt je nach Menge und Qualität des verwendeten Grases schwankt. Dazu kommen deine persönliche Toleranz und das, was du erreichen willst. Denk daran, dass Cannabis-Milch psychoaktiv und medizinisch wirken kann. Fang deshalb niedrig an und steigere dich langsam, je nachdem, wie du reagierst und welche Wirkung du willst.

Wenn du Cannabis-Milch zu Hause machst, starte am besten mit wenig Gras und teste die Stärke, bevor du mehr nimmst. Ein gängiger Ansatz ist etwa 1 Gramm Cannabis pro 250 ml (1 Tasse) Milch. Je nach Toleranz und Ziel kann das Verhältnis aber variieren.

Wie machst du Cannabis-Milch aus frischen Blättern?

Cannabis-Milch aus frischen Blättern machst du ganz ähnlich wie die Version mit Blüten. Denk aber daran, dass Blätter deutlich weniger Cannabinoide enthalten als Blüten, und dass auch sie vorher decarboxyliert werden sollten. Hier ein einfaches Grundrezept für Cannabis-Milch aus frischen Blättern:

Zutaten:

  • 15 bis 20 Gramm frische Cannabisblätter, vorher decarboxyliert
  • 1 Liter Vollmilch
  • 1 Teelöffel Sojalecithin (optional, hilft bei der Aufnahme der Cannabinoide)

So geht's:

  1. Wasch die frischen Blätter gründlich, damit Schmutz und Rückstände runter sind.
  2. Hack die Blätter fein.
  3. Erhitz die Milch in einem Topf bei mittlerer bis niedriger Hitze, bis sie heiß ist, aber nicht kocht. Lass sie nicht kochen, sonst bauen sich die Cannabinoide ab.
  4. Gib die gehackten Blätter in die heiße Milch und rühr gut um.
  5. Lass die Mischung etwa 1 Stunde bei niedriger Hitze ziehen. Rühr ab und zu um, damit nichts am Topfboden ansetzt.
  6. Wenn du Sojalecithin nimmst, gib 1 Teelöffel in den letzten Minuten dazu und rühr gut um.
  7. Nimm den Topf vom Herd und lass die Mischung abkühlen.
  8. Wenn alles komplett abgekühlt ist, seih die Cannabis-Milch durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch ab. Drück die Blätter gut aus, damit du die ganze Milch rausholst.
  9. Füll die abgeseihte Cannabis-Milch in einen luftdichten Behälter und stell sie in den Kühlschrank, bis du sie brauchst.

Denk daran: Cannabis-Milch aus frischen Blättern hat einen deutlich niedrigeren Cannabinoidgehalt als Milch aus Blüten. Die Wirkung fällt also wahrscheinlich schwächer aus.


Lies auch: